17.01.2006
Deutschen Unternehmen in China gehen einheimische Fachkräfte aus / Talentmangel gefährdet wirtschaftliche Entwicklung der asiatischen Wirtschaftsmacht
Düsseldorf (ots) - Der Mangel an qualifiziertem Nachwuchsentwickelt sich zunehmend zu einer Gefahr für die chinesischeWirtschaft und das Wachstum internationaler Investoren auf demasiatischen Zukunftsmarkt. Nur weniger als zehn Prozent derchinesischen Universitätsabsolventen, so eine aktuelle Studie derUnternehmensberatung McKinsey & Company, sind derzeit ininternational ausgerichteten Unternehmen einsetzbar. ChinesischenAbsolventen fehlen vor allem englische Sprachkenntnisse, aber auchdie Fähigkeit zur Teamarbeit, das Wissen um Kundenbedürfnisseaußerhalb ihrer Heimat sowie Kenntnisse sozialer und kulturellerBesonderheiten westlicher Industrienationen. Auch die praxisferneAusrichtung der chinesischen Hochschulen ist ein deutliches Manko. Neben stark exportorientierten einheimischen Unternehmen sinddavon besonders multinationale Konzerne mit anspruchsvollenDienstleistungsangeboten in China betroffen. "Will das Land sich vomBilliglohnstandort zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Anbieterhochwertiger Güter und Dienstleistungen weiterentwickeln, muss esseine Talente besser ausbilden", sagt Diana Farrell, Direktorin desMcKinsey Global Institute (MGI) in Washington und verantwortlich fürdie Studie. Derzeit allerdings halte sie es für unwahrscheinlich,dass sich China schnell zum wichtigen Standort in den Bereichen ITund Dienstleistungen entwickeln könne. "Ehrgeizige chinesische Firmenwerden es schwer haben, sich die lukrativen globalen Servicemärkte zuerschließen." In der Vergangenheit war dies kein Nachteil. Niedrige Löhne undeinfache Produkte machten aus China die Fabrikationshalle der Welt.Doch seit sich ausländische und chinesische Unternehmen technologischanspruchsvollen Gütern und Dienstleistungen zuwenden, werden dieSchwächen des Ausbildungssystems zum Problem. Nach Schätzungen vonMcKinsey benötigt Chinas Expansion in die Weltmärkte bei aktuellemWachstumstempo in den nächsten 10 bis 15 Jahren bis zu 75.000international einsetzbare Führungskräfte. Aktuell stehen nur 3.000bis 5.000 zur Verfügung. Die Rückkehr vieler noch im Auslandstudierender Chinesen bringt dabei wenig Entlastung. Oft fehlenAnreize für die Heimkehr. Erreichen kann Chinas Wirtschaft die ehrgeizigen Ziele auf Dauernur mit massiven Investitionen in das Bildungssystem, heißt es weiterin der McKinsey-Studie. Das Land werde sich nur dann erfolgreich vomBlue-Collar- zum White-Collar-Standort entwickeln können, wenn mehrGeld in die Ausbildung von Spitzenkräften gesteckt werde. Trotzrapide steigender Gesamtinvestitionen für Bildung sanken diePro-Kopf-Ausgaben für Studenten zuletzt um fünf Prozent. Auch chinesische Unternehmen müssen lernen, Talente zu entwickelnund längerfristig zu binden. Betriebliche Ausbildung,Personalentwicklung und Talentmanagement stecken jedoch noch in denKinderschuhen, so McKinsey.Originaltext: McKinsey&Company
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Quelle: news aktuell