17.01.2006
Activest: Die aktuelle Marktentwicklung i.d. Analyse
Köln, den 17.01.2006 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
In Europa stand nahe liegend die Zinsentscheidung der EZB im Vordergrund.
Erwartungsgemäß beließ sie ihren Leitzins unverändert bei 2,25%. Bereits vor
Sitzungsbeginn hatten die Märkte einen nächsten Erhöhungsschritt für März
weitgehend eingepreist. Wenig Einfluss auf das Marktgeschehen hatte das US-
Handelbilanzdefizit mit dem dritthöchsten bisher registrierten Niveau.
Im Verlauf der Woche steht in den USA wieder eine Vielzahl an Industriedaten an.
Dazu zählen sowohl die regional begrenzten Produktionsindizes der Notenbanken von
New York und Philadelphia, wie auch die landesweiten "Hard Facts" zu Industrie-
produktion und Kapazitätsauslastung. Letztere sollten sich im Zuge einer
temporären Aufholbewegung nach den Hurrikanschäden weiter erholt haben.
Vor allem aber steht nun die "heiße" Startphase der US-Berichtssaison im Fokus
der Märkte. Trotz des bislang eher holprigen Starts blieb der Einfluss auf die
Konsensschätzungen bisher begrenzt. So blieb auch die optimistische Grundhaltung
im Markt erhalten, wonach die Gewinnzuwächse im S&P 500 im 15. Quartal in Folge
prozentual zweistellig zulegen sollen.
In Europa stehen im Wochenverlauf aus konjunktureller Sicht vor allem die Preis-
daten für Dezember im Mittelpunkt. Abgesehen von typischen Saisoneffekten sollte
sich das Inflationsumfeld weiter beruhigt haben bzw. maßgeblich den Einfluss der
Energiekomponente auf die Gesamtrate widerspiegeln.
Rentenmärkte
Im Unterschied zur ereignisreichen Vorwoche konnte die abgelaufene Berichtswoche
die Anleger bis einschließlich Donnerstag kaum elektrisieren. Zumindest ein
interessantes Detail lieferten zunächst die Verbraucherkredite. Wie schon im
Oktober wurden auch im November erneut mehr Kredite zurückgezahlt als neu ausge-
reicht.
In Reaktion auf die tendenziell beruhigenden Preisdaten bei gleichzeitig per
saldo eher konjunkturschwächeren Makrodaten korrigierten US-Treasuries ihren
leichten Renditeanstieg zur Wochenmitte. 10-jährige T-Notes lagen zum Wochenausklang
mit 4,35% nur noch marginal über dem 2-Jahressegment mit 4,34%, womit sich die
mittlerweile nahezu horizontale Renditestrukturkurve weiter abgeflacht hat.
Im Verlauf der kommenden Woche steht wieder eine Vielzahl an Industriedaten an.
Bondmarktfreundliche Konjunkturdaten dürften das Renditeniveau von US-Treasuries
unter das Dreimonatstief von Anfang Januar bei 4,32% für 10-jährige T-Notes drücken.
Auch in Euroland wurde die abgelaufene Berichtswoche nicht gerade von einer
Nachrichtenflut erdrückt. Die erneut sprunghaft verbesserten ZEW-Konjunkturerwar-
tungen in Euroland wie in Deutschland (neues Zweijahreshoch mit 71,0) reihten sich
in die Serie der zuletzt bemerkenswert verbesserten Frühindikatoren ein. Die
Trendformation sinkender Renditen seit der Doppelspitze von Mitte November bei
3,56% für 10-jährige Euroanleihen ist weiterhin intakt.
Quelle: Investmentfonds.de