13.12.2005
Aktienmarkt: Mit gesunder Skepsis nach oben
Mainz (ots) - Seit Anfang November sind die internationalen Aktienmärkte kaum zubremsen. Weiter nachlassende Inflationsängste in den USA, einphasenweise rückläufiger Ölpreis und eine positive Berichterstattungauf Unternehmensebene lieferten den Treibstoff für diese Rally.Dabei stach der DAX wie schon fast das gesamte Jahr über mitüberproportionalen Kursgewinnen hervor. Gegenüber Ultimo 2005 konntedas deutsche Börsenbarometer bis dato gut 1.000 Punkte bzw. fast 25Prozent zulegen. Im Gegensatz dazu notieren die großen US-Indizesnahezu unverändert im Vergleich zum Jahresanfang. Zwar ist ein Teildieser unterschiedlichen Wertentwicklung auf Währungseffektezurückzuführen, doch auch gegenüber seinen Konkurrenten aus derEurozone hat der DAX die Nase vorne. Auch perspektivisch spricht die Mehrzahl der Faktoren unverändertfür den deutschen Aktienmarkt. Das positive fundamentale Bildspiegelt sich nicht zuletzt in der soeben abgeschlossenenBerichterstattung zum 3. Quartal wider. 83 Prozent derDAX-Unternehmen schlugen die Prognosen und beim aggregierten Gewinnwar mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.Der DAX hat infolge der deutlich gestiegenen Unternehmensgewinnetrotz der signifikanten Kurssteigerungen nichts von seiner analytischgünstigen Bewertung eingebüßt. Vielmehr bewegt sich dassKurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinne der nächsten 12 Monatemit aktuell 12,5 weiterhin deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnittvon knapp 17 und auch unter den Werten konkurrierender Börsenplätze. Auch innerhalb der verschiedenen deutschen Marktsegmente gibt esgute Argumente für den DAX: Zwar weisen SDAX und MDAX wie schon imVorjahr auch 2005 eine noch bessere Kursentwicklung als der großeBruder auf, doch im Zuge der mehrjährigen Outperformance wurde dertraditionell bestehende Bewertungsabschlag der kleineren undmittelgroßen Werte inzwischen vollständig abgebaut hat sichmittlerweile sogar in einen Bewertungsaufschlag verkehrt. Diezunehmende Wahrnehmung dieser Anomalie führte in den letzten Monatenbereits zu einer stärkeren Präferenz für die großen Standardwerte,die auch in den kommenden Monaten plausibel erscheint. Den guten fundamentalen Perspektiven zum Trotz scheint nach denstarken Kursgewinnen der vergangenen Wochen allerdings ein Großteilder immer wieder propagierten Jahresendrally bereits vorweggenommen.Eine temporäre Konsolidierungsphase würde daher nicht überraschen.Auf Sicht der nächsten 12 Monate deutet sich aber weiterhin einpositives Chance/Risiko-Verhältnis an. Zwar mehren sich die Stimmen,die vor dem Hintergrund der diesjährigen fulminanten Kursgewinnebereits vor einer neuen Übertreibungsphase warnen, doch könnte geradediese Mischung aus weiterhin gesunder Skepsis und gleichzeitiggünstiger Bewertung durchaus das Fundament für eine weiterespositives Aktienjahr 2006 bilden. Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
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Quelle: news aktuell