12.12.2005
Optimismus der deutschen Privatanleger erhält Dämpfer
Köln, den 12.12.2005 (Investmentfonds.de) - Das Stimmungshoch der deutschen
Anleger konnte sich nicht halten: Waren im Oktober mit 52,1 Prozent noch mehr
als die Hälfte der Investoren der Meinung, dass die Börse in den nächsten
sechs Monaten steigen wird, sank dieser Wert im November auf 47,5 Prozent ab.
Gleichzeitig stieg der Anteil der Pessimisten, die nicht an eine positive
Entwicklung der Aktienmärkte glauben, von 14 auf 17,4 Prozent. Dies ergab
die aktuelle JPMorgan Asset Management Investor Confidence-Befragung, die
monatlich in Deutschland, Großbritannien und Frankreich sowie vierteljährlich
in Belgien, Schweden und der Schweiz durchgeführt wird. Die Fondsgesellschaft
ermittelt mit der Studie die Markteinschätzungen und Kaufabsichten privater
Anleger. Boudewijn Hoogenraad, Marketing & PR Director für Deutschland,
Österreich und die Schweiz bei JPMorgan Asset Management, erläutert: „Diese
Stimmungsverschlechterung ließ sich auch bei der GfK-Konsumklimastudie für
November beobachten. Die Auseinandersetzungen um Programm und Personen bei
den Koalitionsverhandlungen haben die Verbraucher – und somit auch die
Privatanleger – verunsichert.“
Der rückläufige Anleger-Optimismus wird auch im JPMorgan Asset Management
Investor Confidence-Gesamt-Index deutlich: Dieser Mittelwert aus den einzelnen
Antworten ist ein Indikator für die Stimmung im Markt. Mit 3,0 liegt dieser
deutlich unter dem Wert des Vormonats (4,2). Verantwortlich für den Stimmungs-
umschwung sind die Anleger in den alten Bundesländern: Hier fiel der JPMorgan
Asset Management Investor Confidence-Gesamt-Index von 4 auf 2,7. Bei den im
Oktober besonders optimistischen Privatanlegern in den neuen Bundesländern
sank der Indexwert weniger stark um 0,8 Punkte auf 4,4. Auch bezogen auf die
Gesamtbevölkerung – von den rund 2.000 Befragten besitzt schließlich nur jeder
Fünfte Investmentfonds oder Wertpapiere – zeigt sich dieser Trend. Der
Indexwert in den alten Bundesländern sank um 0,7 Punkte auf -4,3, während er
in den neuen Bundesländern um 0,8 zulegte. Mit einem Wert von -4,1 sind die
Anleger in den neuen Bundesländern erstmals in den vergangenen zwölf Monaten
optimistischer gestimmt als die Befragten in den alten Bundesländern.
Trotz des Stimmungsdämpfers blieb die Investitionslust der deutschen Privat-
anleger auf hohem Niveau: Mit 47,1 Prozent plant weiterhin fast die Hälfte
der Befragten, in den nächsten zwölf Monaten zu investieren (Oktober: 48,5
Prozent). Fonds bleiben dabei das beliebteste Anlageinstrument; ihr Anteil
sank jedoch von 28,4 auf 24,0 Prozent. Das Sparbuch auf Rang zwei konnte um
5,5 Prozentpunkte zulegen und wird nun von 22,1 Prozent der Anleger in
Betracht gezogen. Direkt in Aktien wollen 11,1 Prozent der Privatanleger
investieren, das bedeutet 3,7 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Auch
Anleihen und Zertifikate sanken in der Anlegergunst: Anleihen von 4,7 auf
1,9 Prozent und Zertifikate von 1,9 auf 1,2 Prozent.
„In wirtschaftlich unsicheren Zeiten können wir immer einen verstärkten
Trend zur klassischen Sparbuch-Anlage feststellen“, kommentiert Boudewijn
Hoogenraad die Entwicklung. „Insbesondere die Ankündigung der Mehrwertsteuer-
Erhöhung hat der Verbraucherstimmung einen Dämpfer verpasst, sodass sie
derzeit verstärkt auf diese konservative Anlageform setzen.“
Die Stimmung der Anleger in Großbritannien hat sich weiter verschlechtert und
erreicht einen Tiefpunkt: So stieg der Anteil der Pessimisten weiter an (auf
27,8 Prozent) und liegt nun deutlich über dem sinkenden Anteil der Optimisten
(19,9 Prozent). So negativ waren die Briten zuletzt Anfang 2003 gestimmt.
Weiterhin haben mehr als die Hälfte der befragten Anleger keine Meinung zur
Entwicklung des britischen Aktienmarkts.
Die französischen Privatinvestoren waren im November ebenfalls wieder etwas
pessimistischer gestimmt, nachdem dort im Oktober ein ähnlicher Stimmungsauf-
schwung wie in Deutschland zu beobachten war. Der hohe Anteil derjenigen, die
eine positive Entwicklung der Börse für „sehr wahrscheinlich“ halten,
verschob sich zugunsten der verhalten optimistischen Anleger bzw. derjenigen,
die die Entwicklung des französischen Aktienmarktes „neutral“ einschätzen.
Quelle: Investmentfonds.de