06.12.2005
ADIG: Prognostizierte Jahresendstände bereits erreicht
Köln, den 06.12.2005 (Investmentfonds.de) - Auch in der letzten Woche setzten
die Aktienmärkte nach anfänglicher Zurückhaltung ihre Jahresendrallye weiter
fort. Lediglich die USA traten auf der Stelle und konnten somit nicht vom
inspirierenden nationalen Einkaufsmanagerindex sowie vom guten Arbeitsmarkt-
bericht zum Wochenschluss profitieren. Euroland zeigte sich unbeeindruckt von
der ersten Leitzinserhöhung der EZB nach 5 Jahren um 25 Basispunkte auf 2,25%.
Die Märkte legten im Wochenverlauf gemessen am EuroStoxx um 1,4% zu, da aus
dem Statement zur Zinserhöhung kein Automatismus für weitere Zinssteigerungen
herausgehört werden konnte. Insoweit zeigte sich auch der US-Dollar über die
erwartete Ausweitung der Zinsdifferenz zugunsten von US-Staatsanleihen stärker.
Von einem schwächeren Euro können zudem die exportorientierten Sektoren in
Euroland profitieren. Über den sich fortsetzenden schwächeren Yen setzte der
japanische Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend ebenfalls in beeindruckender Weise
mit einem Wochenplus von 3,5% fort.
Insgesamt ist das Umfeld für Aktien weiterhin positiv: Die Konjunkturerwartungen
sind stabil aufwärts gerichtet und die Inflationsgefahren scheinen sich zuletzt
wieder leicht abgekühlt zu haben. Wie in den vergangenen Jahren erwartet COMINVEST
bis zum Jahresende sog. "Window-Dressing"- Maßnahmen. Dabei neigen institutionelle
Investoren i.d.R. dazu, diejenigen Titel in ihre Portefeuilles aufzunehmen, die
sich im Jahresverlauf besonders gut entwickelt haben. Umgekehrt werden Verlierer-
werte eher verkauft, damit sie in den Jahresreports nicht ausgewiesen werden
müssen. "Daher verwundert es nicht, dass in der letzten Woche Sektoren wie z.B.
Energie und Rohstoffe (+3,3%) - die sich in einem langfristigen Investitionszyklus
befinden - Versicherungen (+4,7%) sowie Chemie (+2,4%) zu den Outperformern
gehörten. Denn sie zählen auch seit Jahresbeginn zu den stärksten Gewinnern",
erklärt COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil. Andererseits gehörten Telekomwerte
mit -0,6% zu den einzigen Wochenverlieren, nachdem sie auch seit Jahresbeginn
eine negative Performance von -2,2% aufweisen. "Insgesamt kann es somit zu Depot-
umschichtungen kommen, ohne dass sich der Gesamtmarkt deutlicher nach oben bewegen
muss", sagt Aktienexperte Klaus Breil.
Zugleich wurden mit einem Dax-Stand von 5.300 Punkten die Jahresendziele der
COMINVEST sowie anderer Anlagehäuser bereits jetzt erreicht. Mit 5.900 Dax-Punkten
bis Ende 2006 sieht die COMINVEST auch weiterhin Anstiegspotenzial für den deutschen
Aktienmarkt.
In der laufenden Woche wird in den USA das Hauptaugenmerk auf der Veröffentlichung
der endgültigen Zahl zum Konsumentenvertrauen der University of Michigan liegen.
Darin geht es insbesondere um die Einschätzung der Inflationsgefahren seitens der
US-Bürger. In Euroland erwartet COMINVEST eine Seitwärtsentwicklung bei den
Einkaufsmanager-Indizes aus dem Dienstleistungsbereich und freundliche Daten aus
der deutschen Industrie. Diese Daten dürften aber kaum den Rentenmarkt bewegen
können. Wie in der letzten Woche dürfte die Tonlage der EZB erneut der Hauptein-
flussfaktor sein. Nach den eher moderaten Tönen vor allem auf der Pressekonferenz
gehen wir in dieser Woche davon aus, dass die Befürworter einer Zinserhöhung
wieder verstärkt in den Mittelpunkt treten werden. So z.B. am Donnerstag, an dem
EZB-Chefvolkwirt Ottmar Issing eine Rede zur Geldpolitik halten wird. Vor diesem
Hintergrund erwarten wir leichte Kursrückgänge auf ca. 120,25 im Bund-Future.
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Quelle: Investmentfonds.de