01.12.2005
Renten: Prognosen der Bundesregierung zu optimistisch
Köln (ots) - Die aktuellen Liquiditätsschwierigkeiten dergesetzlichen Rentenversicherung sind bekannt. Aber auch dielangfristigen Rentenprognosen der Bundesregierung sind vor demHintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wenigwahrscheinlich. Professor Reinhold Schnabel, Finanzwissenschaftler ander Universität Essen, hat die Berechnungen der Regierung im Auftragdes Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) unter denrealistischeren Annahmen der Lohnentwicklung der letzten zehn Jahregeprüft: Mindestens bis 2010 gibt es nominale Nullrunden, dieKaufkraft der Renten sinkt also um knapp sieben Prozent. Ab 2011könnte der Realwert der Renten etwa konstant bleiben. Erst im Jahr2050 erreichen die Renten wieder den realen Wert des Jahres 2005. Wer den Lebensstandard in Zukunft halten will, muss verstärkt privatvorsorgen. Hintergrund: Die amtlichen Rentenprognosen basieren noch immer aufden optimistischen Annahmen der Rürup-Kommission. Die war im Jahr2003 noch von einem langfristigen realen (nominalen) Wachstum derLöhne und Gehälter von durchschnittlich 1,5 (3,0) Prozent und einerrealen (nominalen) Rentensteigerung von etwa 0,6 (2,1) Prozent proJahr ausgegangen. In den letzten zehn Jahren sind, so ProfessorSchnabel, die Löhne und Gehälter real nur noch durchschnittlich um0,65 Prozent pro Jahr gestiegen: "Aufgrund des schwachen Lohnzuwachsreicht es bei der Rente vorerst noch nicht einmal für einenInflationsausgleich." Demnach sinkt der reale Wert der Bruttorente einesDurchschnittsverdieners in den alten Bundesländern von heute 1.176Euro bis zum Jahr 2010 auf 1.091 Euro. Erst im Jahr 2050 erreicht dieKaufkraft der Rente wieder den Wert von heute. Dabei sind diezukünftigen Steuern und Sozialabgaben noch nicht einmalberücksichtigt. Für eine individuelle Berechnung der persönlichen Rentenansprücheinklusive dieser Abzüge bietet das Deutsche Institut fürAltersvorsorge mit dem DIA-Rentenschätzer einen kostenlosenOnline-Service auf seiner Website an. Das Rechentool ermittelt diewahrscheinliche Einkommensentwicklung bis zur Rente und die künftigereale Nettorente des Versicherten unter Berücksichtigung dernachgelagerten Besteuerung und der Sozialabgaben. Renten eines Durchschnittverdieners West Ost Jahr nominal real nominal real 2005 1.176 1.176 1.034 1.034 2010 1.176 1.091 1.034 959 2015 1.315 1.133 1.141 984 2020 1.427 1.142 1.198 958 2025 1.535 1.140 1.249 928 2030 1.621 1.117 1.374 947 2035 1.723 1.102 1.587 1.015 2040 1.887 1.121 1.887 1.121 2050 2.286 1.170 2.286 1.170 Anmerkung: Wenn Sie alle Jahresdaten benötigen, wenden Sie sich bitte an uns. Quelle: DIA-Rentenschätzer Originaltext: Dt. Institut f. Altersvorsorge GmbH
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Weitere Fragen beantwortet: Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge, Tel: (0221 ) 923 942, katzenstein@dia-vorsorge.de
Quelle: news aktuell