30.11.2005
Activest: aufwärtsgerichteten Gewinnzyklus der Unternehmen
Köln, den 30.11.2005 (Investmentfonds.de) -
Aktienmärkte
Der deutlich gebremste Nachrichtenfluss in Verbindung mit feiertagsbedingten
Börsenpausen ließ in Japan und den USA die Umsatzaktivitäten deutlich
zurückfallen. Lediglich die Akzente der Notenbanken mit den Protokollnotizen
der Fed und den einschränkenden Erklärungen der EZB sorgten phasenweise für
eine Marktbelebung.
Trotz zuletzt günstigerer Lagerdaten in den USA hat sich der Ölpreis von seinen
Niederungen nahe der $55-Marke Mitte November wieder nach oben entfernt. Hingegen
ist der Euro nach seiner Zwischenerholung bis zum Chartpunkt bei 1,1870 zunächst
wieder auf die 1,17-Linie zum USD zurückgefallen.
Im Unterschied zur Vorwoche steht die laufende Woche hinsichtlich der Vielzahl
an hochkarätigen Konjunkturdaten unter gänzlich anderen Vorzeichen. Der jüngste
Rückgang der Benzinpreise sollte das Verbrauchervertrauen verbessert haben und
sich auch in den Konsumausgaben niederschlagen. Naheliegend wird die aktuelle
Konjunkturbewertung seitens der Fed eine hohe Bedeutung einnehmen.
Hingegen werden sich die Kursimpulse aus dem weit fortgeschrittenen bzw. nahezu
abgeschlossenen Verlauf der Q3-Berichtssaison weiter zurückbilden. Mehrheitlich
haben sich dabei in den USA wie in Europa die zuversichtlichen Erwartungen hin-
sichtlich eines weiterhin intakten und somit aufwärtsgerichteten Gewinnzyklus der
Unternehmen weitgehend bestätigt.
Rentenmärkte
In den USA rückten die Protokollnotizen zum FOMC-Meeting vom 1. November in die
Schlagzeilen der Marktdiskussionen. Zwar gab die aktuelle fundamentale Einschätzung
insgesamt keine grundlegende Neubewertung zu erkennen. Einen breiteren Raum in der
Sitzung nahmen aber offenbar die Risiken einer möglichen Konjunkturabkühlung ein,
sofern die geldpolitische Straffung zu weit gehen würde.
Trotz des Überraschungseffektes der Protokollnotizen steuerte der US-Bondmarkt mit
reduzierter "Drehzahl" durch die Vorwoche. Dies dürfte sich in der laufenden Woche
angesichts der komprimierten Abfolge von wichtigen Konjunkturdaten der ersten Reihe
grundlegend ändern.
In ihrer Gesamtheit fügen sich die Konsenserwartungen zu einem insgesamt wieder
konjunkturstärkeren Gesamtbild zusammen. Eine Bestätigung dieser Erwartungen bzw.
in der Tendenz noch stärkere Makrodaten dürften die jüngste Zwischenerholung des
US-Bondmarktes zumindest unterbrechen, gegebenenfalls nochmals leicht umkehren.
Umgekehrt dürfte sich die Erholung des US-Bondmarktes im Falle von mehrheitlich
hinter den Erwartungen zurückbleibenden Konjunkturdaten gerade auch nach dem zuletzt
veränderten Blickwinkel der Fed mit neuerlicher Dynamik fortsetzen.
Für die Euroland-Rentenmärkte ist das entscheidende Wochendatum natürlich die EZB-
Sitzung am Donnerstag. Die im Umfang von 25 Basispunkten unterstellte Anhebung
erscheint aber weitgehend eingepreist. Sofern die im Wochenverlauf berichteten Kon-
junkturdaten nicht sehr deutlich von den Prognosewerten abweichen, dürften sich
Euroanleihen sehr eng an den Vorgaben des US-Bondmarktes ausrichten.
Quelle: Investmentfonds.de