15.11.2005
Aktienmarkt: Gipfel oder Mittelstation?
Mainz (ots) -
Nach einer deutlichen Konsolidierung im Vormonat nahm der deutsche
Aktienmarkt Anfang November neue Fahrt auf. Aktuell stellt sich die
Frage, ob die Anfang Oktober im Bereich von 5100 DAX-Punkten
erreichten Höchstkurse bereits den Kursgipfel dieses Jahres markieren
oder ob die gegenwärtige Beruhigung das „Basislager" für den Aufstieg
in neue Höhen bildet.
Das zuletzt wieder positivere Sentiment wurde wie so häufig an der
Wall Street generiert. Die noch vor wenigen Wochen trendbestimmenden
US-Inflationsbefürchtungen erfahren aktuell eine deutlich geringere
Gewichtung. Demgegenüber dominieren derzeit optimistischere
Konjunkturerwartungen das Stimmungsbild. Der immer wieder
beeindruckende Grundoptimismus der US-Amerikaner spiegelt sich nicht
zuletzt in der jüngsten Erholung des US-Verbrauchervertrauens wider,
das nach den Hurrikans im Südosten der USA zunächst drastisch
eingebrochen war.
Neben den freundlichen Wall Street-Vorgaben setzte auch die
laufende DAX-Berichtssaison zum 3. Quartal positive Impulse. Dabei
bestätigte sich im Wesentlichen das im Jahresverlauf bereits
vorgezeichnete Bild einer in Relation zu den USA höheren
Gewinndynamik am heimischen Aktienmarkt. Nach 27 von 30 vorgelegten
Berichten liegt der aggregierte Gewinnanstieg der DAX-Unternehmen bei
45 Prozent gegenüber „nur" 16 Prozent für die Firmen im S&P 500.
In ihren Ausblicken bestätigten die Unternehmen in der Regel die
bisher getroffenen Aussagen oder nahmen leichte Adjustierungen nach
oben vor, so dass die Gewinnprognosen für das Gesamtjahr zunehmend
gesichert erscheinen. Damit dürfte sich der Blick nun verstärkt auf
das kommende Jahr richten. Die optisch hohen Gewinnsteigerungsraten
dieses Jahres werden in 2006 zwar basisbedingt nicht zu halten sein.
Vor dem Hintergrund anhaltender Kostensenkungsmaßnahmen bei
gleichzeitig zu erwartenden moderaten Umsatzsteigerungen sind in
absoluter Betrachtung allerdings weitere Zuwächse zu erwarten, so
dass 2006 ein neues Rekordjahr auf der Ergebnisebene darstellen
dürfte.
Mit Blick auf die kommenden Wochen nimmt die Zahl der
Unternehmensveröffentlichungen deutlich ab, wodurch zunächst wieder
verstärkt makroökonomische Daten in den Fokus rücken dürften.
Insbesondere die Entwicklung auf der Rohstoff- und Währungsseite
könnte wieder stärkere Beachtung erfahren. Eine Fortsetzung der
laufenden Ölpreiskonsolidierung würde die latenten Sorgen um die
Robustheit des US-Konsums weiter entschärfen und somit einen
Katalysator für weitere Kursanstiege darstellen. Auf deutscher Seite
könnten in erster Linie exportsensitive Titel zu den Profiteuren
gehören, nachdem sich in der Dollar/Euro-Relation aktuell eine
deutliche Entspannung abzeichnet. Per saldo stehen die Chancen damit
nicht schlecht, dass der DAX entsprechend dem aus einer historischen
Durchschnittsbetrachtung ableitbaren saisonalen Muster auch in diesem
Jahr Kurs auf einen freundlichen Jahresausklang nimmt.
Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=7018
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7018.rss2
Ihr Ansprechpartner bei der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz:
Bereich: Research
Dr. Stefan Steib
Tel.: 06131 / 13 3588
Fax: 06131 / 13 3143
E-Mail: stefan.steib@LRP.de
LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
Jürgen Pitzer
Pressesprecher
Große Bleiche 54-56
55098 Mainz
Amtsgericht Mainz HRA 3557
Tel.: (0 61 31) 13-28 16
Fax: (0 61 31) 13-25 60
Handy: (01 71) 36 98 345
E-Mail: presse@LRP.de
http://www.lrp.de
Um Übersendung eines Belegexemplars wird gebeten.
Quelle: news aktuell