11.11.2005
Commerzbank-Börsenbericht: Stabile Kurse auf hohem Niveau
Frankfurt (ots) - Die internationalen Aktienmärkte konnten sich in
den letzten Tagen auf hohem Niveau stabilisieren. Zwar enttäuschten
einige Unternehmen, namentlich die Deutsche Telekom, mit ihren
Quartalszahlen und Ausblicken die hoch gesteckten Erwartungen der
Analysten. Außerdem trägt die Diskussion über eine schärfere
Besteuerung von Kursgewinnen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen
nicht gerade zur Beruhigung von langfristig orientierten
Aktiensparern bei. Andererseits stützen das verbesserte
charttechnische Bild, die hohe Liquidität und die derzeit günstigen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. So ist der
Commerzbank-Frühindikator im Oktober nochmals leicht auf ein
historisch ausgesprochen hohes Niveau gestiegen. Er signalisiert
damit eine Fortsetzung der jüngsten Konjunkturbelebung. Die
wichtigsten Impulse kommen immer noch von der Auslandsnachfrage, doch
ist auch für die inländischen Ausrüstungsinvestitionen allmählich mit
größerer Dynamik zu rechnen, während der Private Konsum wegen der
bescheidenen Einkommensaussichten und der drastischen Verteuerung der
Energierechnung zunächst noch gedrückt bleiben wird. Alles in allem
scheinen die Voraussetzungen für freundliche Börsen zum Jahresende
hin gegeben zu sein. Die Experten der Commerzbank empfehlen weiterhin
vor allem die Allianz-Aktie zum Kauf. Die aktuelle Schwäche der
früher empfohlenen Aktie der Deutschen Telekom aufgrund eines
verhaltenen Geschäftsausblicks sollte nur temporär sein und nicht
überbewertet werden.
Nach dem starken Anstieg um 50 Basispunkte in den Vorwochen haben
sich die Renditen an den europäischen Rentenmärkten in dieser Woche
bei 3,5% stabilisiert. Dies spricht für eine ausgeprägte Robustheit
des Marktes, denn angesichts der guten Konjunkturdaten, des sich
verstärkenden Preisauftriebs, des schwachen Euro und des
Säbelrasselns von einigen Mitgliedern des Rats der Europäischen
Zentralbank wäre ein weiterer Druck auf die Rentenkurse nicht
überraschend gewesen. Allerdings wird es aus diesen Gründen schon
bald zu Zinserhöhungen der EZB kommen. Die Commerzbank erwartet
nunmehr bereits für Anfang Dezember eine erste und im Laufe des
ersten Quartals 2006 eine zweite Zinsanhebung auf ein Niveau von
2,5%, das dann für den Rest des Jahres Bestand haben sollte. Da diese
Erhöhungen bereits "eingepreist" sind, dürften auf den Rentenmarkt
keine weiteren Belastungen zukommen. Die Bank empfiehlt zurzeit
attraktiv bewertete zwei- bis dreijährige Steuertitel zur Anlage.
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