09.11.2005
Optimismus dt. Privatanleger auf Jahreshöchststand
Köln, den 09.11.2005 (Investmentfonds.de) - Wenige Wochen nach der
Bundestagswahl sind die deutschen Privatanleger sehr optimistisch gestimmt:
Mehr als die Hälfte der Befragten (52,1 Prozent) glauben, dass die Börse in
den nächsten sechs Monaten steigen wird. Kurz vor der Wahl im September waren
es noch 46,4 Prozent. Dies ergab die aktuelle JPMorgan Asset Management
Investor Confidence Befragung, die monatlich in Deutschland, Großbritannien
und Frankreich sowie vierteljährlich in Belgien, Schweden und der Schweiz
durchgeführt wird. Die Fondsgesellschaft ermittelt mit der Studie die Markt-
einschätzungen und Kaufabsichten privater Anleger. Eine so große Zuversicht
in den Aktienmarkt wie im Oktober gab es in den vergangenen 12 Monaten nicht
– selbst in der Phase nach Ankündigung der vorgezogenen Neuwahlen, als die
Optimismuswerte neue Höhen erklommen. Gleichzeitig sank die Anzahl der
Pessimisten in der letzten Befragung mit 14,0 Prozent auf ein Jahrestief.
Der Anleger-Optimismus manifestierte sich im JPMorgan Asset Management Investor
Confidence-Gesamtindex: Dieser Mittelwert aus den einzelnen Antworten gibt die
Stimmung im Markt wieder. Mit 4,2 erreichte er ebenfalls ein Jahreshoch und
überstieg damit sogar den bisherigen Höchstwert vom Juli 2005 (4,0). Dabei sahen
die Männer die Zukunft der Börse wesentlich rosiger (5,2 nach 3,8 im September)
als die weiblichen Befragten (2,7 nach 2,4 im September). Besonders optimistisch
waren die Privatanleger in den neuen Bundesländern, deren Indexwert um 3,6
Prozentpunkte anstieg – von 1,6 im September auf 5,2 im Oktober. In den alten
Bundesländern erhöhte sich der JPMorgan Asset Management Investor Confidence-
Index von 3,5 auf 4,0. Auch bezogen auf die Gesamtbevölkerung – von den rund
2.000 Befragten besitzt schließlich nur jeder fünfte Investmentfonds oder
Wertpapiere – ist der Stimmungsaufschwung bemerkbar. Der Indexwert stieg um 1,5
Prozentpunkte von -5,4 auf -3,9. „Anscheinend haben der Wahlausgang und die
Verhandlungen um die große Koalition die Hoffnung auf eine Besserung der
wirtschaftlichen Situation sogar noch gestärkt“, erläutert Boudewijn Hoogenraad,
Marketing & PR Director bei JPMorgan Asset Management für Deutschland,
Österreich und die Schweiz. „Wir wagen allerdings nicht zu vermuten, dass der
Optimismus in den neuen Ländern darin begründet liegt, dass mit Angela Merkel
eine Ostdeutsche Bundeskanzlerin werden soll“, so Hoogenraad.
Im Vergleich zum Vormonat zeigten sich die deutschen Privatanleger wieder
investitionsfreudiger. Mit 48,5 Prozent plant fast die Hälfte der Befragten, in
den nächsten 12 Monaten zu investieren. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als noch
im September.
Fonds sind weiterhin das beliebteste Anlageinstrument. Sie konnten ihren Anteil
um 8,1 Prozentpunkte von 20,3 auf 28,4 Prozent steigern. Das Sparbuch blieb auf
Rang zwei der Anlegergunst, musste aber einen weiteren leichten Rückgang ver-
zeichnen (von 17,0 auf 16,6 Prozent). Direkt in Aktien wollen 14,8 Prozent der
Privatanleger investieren; das bedeutet 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vormonat.
Auch Anleihen konnten ihren Anteil ausbauen. Er stieg um 2,5 Prozentpunkte (von
2,2 auf 4,7 Prozent), während Zertifikate um einen Prozentpunkt sanken (von 2,9
auf 1,9).
Nach einigen Monaten mit weniger Vertrauen in den französischen Aktienmarkt stieg
der Optimismus der französischen Befragten im Oktober wieder an. Hier ist insbe-
sondere der hohe Anteil derjenigen, die eine positive Entwicklung der Börse für
„sehr wahrscheinlich“ halten, bemerkenswert.
In Großbritannien dagegen ist das Vertrauen der Anleger zutiefst erschüttert. Hier
gab es erstmals seit Anfang 2003 wieder mehr negative als positive Antworten.
Außerdem haben etwa die Hälfte der befragten Anleger keine Meinung zur Entwicklung
der britischen Aktienmärkte.
Quelle: Investmentfonds.de