17.10.2005
Im Wettbewerb: Asien, Europa und USA kämpfen um Marktanteile
München/Düsseldorf (ots) - Branche rechnet mit weltweit über 2 Milliarden Mobilfunkverträgen bis Ende 2005 - Deloitte Konferenz erneut Treffpunkt führender TMT-Unternehmen Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) machen Produkteund Dienstleistungen möglich, die noch vor wenigen Jahrenunvorstellbar waren. Sie erschließen individuelle Informationsquellenund Unterhaltungsangebote, auf die Verbraucher zeit- undortsunabhängig zugreifen können. Sie helfen Menschen, schnell undbequem über geografische Grenzen hinweg miteinander zu kommunizieren. Informationen sind das Bindeglied der drei TMT-Sektoren. Um dasgesamte Potenzial von TMT nutzen zu können, reichen Informationenjedoch nicht aus. Dazu gehört Wissen und die Fähigkeit, Muster undSinnhaftigkeit im vermeintlichen Chaos zu erkennen. Andersausgedrückt: Informationen müssen in Verständnis umgesetzt werden. Auf der diesjährigen internationalen Deloitte Konferenz nahmenwieder CEOs der weltweit größten TMT-Unternehmen teil. Unter demMotto "Critical Imperatives for TMT Executives: Developed by CEOs forCEOs" diskutierten die Teilnehmer auf der von der NASDAQunterstützten Disruptions 2005 Client Conference folgende fünfSchwerpunkte: - China und Indien im Aufschwung: Risiken und Chancen neuer Märkte - Technologie im Umbruch: Wie Unternehmen auf der Siegerstraße bleiben - Wettbewerb 2010: Wo sitzt die Konkurrenz? - Der Kampf um die Gewinnspanne: Umbau des Geschäftsmodells - Entwicklung neuer Produkte Branchenkenner gehen davon aus, dass einige wichtige Trends denTMT-Sektor in den kommenden Monaten stark beeinflussen werden. Dabeisprechen die Experten in erster Linie über folgende aktuelle und neueEntwicklungen: Technologie-Trends: Konvergenz und Konsolidierung weiter auf dem Vormarsch Da der IT-Sektor in den USA nicht so stark wie erwartet gewachsenist, geht Deloitte von einer weiteren Konsolidierungswelle aus.Obwohl die meisten Technologie-Unternehmen gerade erst "erwachsen"werden - die Mehrheit ist weniger als 20 Jahre alt - haben sicheinige bereits einen Platz innerhalb der weltweit wertvollsten undeinflussreichsten Unternehmen gesichert. Asien verzeichnet ein deutlich größeres Wachstum, wobei vor allemIndien und China schon aufgrund ihrer Größe als Märkte interessantsind. Chinesische und indische Technologie-Unternehmen bemühen sichaber auch um Präsenz auf dem Weltmarkt. In den letzten zwei Jahrengab es mehrere Joint Ventures zwischen chinesischen beziehungsweisetaiwanesischen Unternehmen und namhaften Technologie-Marken aus demWesten wie IBM, Siemens und Alcatel. Möglicherweise deuten solche,derzeit noch stark risikobehaftete Unternehmungen, bereits auf einenallmählichen Wechsel in der technischen Führungsrolle von West nachOst hin. Abzuwarten bleibt jedoch, ob es asiatischen Unternehmen gelingt,aus den gekauften Firmen mehr Wert zu generieren als die vorherigenEigentümer. Zu den größten Herausforderungen für die europäischeTechnologie-Branche gehören die hohen Lohnkosten. Diese Kosten lassensich durch Verlagerung von Fertigungskapazitäten in Länder mitniedrigerem Lohnniveau senken. Da das Offshoring noch relativ neuist, sichern sich Unternehmen, die Offshoring erfolgreichpraktizieren, einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Allerdings istAuslagerung mit zahlreichen Problemen behaftet. Dazu zählenbesonders: Produktive Zusammenarbeit mit geografisch entferntenTeams, Anhebung der allgemeinen Servicequalität bei gleichzeitigerSenkung der Betriebskosten, Nutzung von Skaleneffekten, Kontrolle vonLohnkosteninflation und Personalfluktuation sowie Verbesserung -statt Verschlechterung - des Kundendienstes. Medien-Trends: US-Firmen halten die Spitze, Asien/Pazifik gewinnt hinzu Der Fortschritt im Technologie- und Telekommunikationssektor lässtdie Medien-Branche nicht unberührt. Über persönliche Weblogs (Blogs)können Internet-Nutzer per Mausklick ein weltweites Publikumerreichen und zwingen traditionelle Medien damit, ihre Rollegrundlegend neu zu definieren. Die zunehmende Zersplitterung des Marktes durch ein immer größeresAngebot an Technologien, Distributionskanälen und Geräten resultiertin weiterer Neuausrichtung, Konsolidierung und strategischerZusammenarbeit. In den USA hat dieser Trend dazu geführt, dass derWerbe- und Abo-Kuchen zwischen einer größeren Zahl von Anbieternaufgeteilt werden muss. Neue Geschäftsmodelle wie "EmbeddedAdvertising", in andere Medieninhalte eingebettete Werbung, könntenfür etablierte Werbeträger wie Banner-Anzeigen und Pop-Ups auf Dauerdas Ende bedeuten. Raubkopien bereiten der Medienindustrie weiterhinschmerzliche Einnahmeverluste. Durch zusätzliche Investitionen in dieVerwaltung digitaler Inhalte (Digital Asset Management) und geistigerEigentumsrechte sollen Verluste abgefangen werden. Darüber hinaussind Medienkonzerne unverändert auf der Suche nach neuenVerwertungsmöglichkeiten für vorhandene Inhalte. US-Firmen dominieren zwar weiterhin den Markt, doch im RaumAsien/Pazifik sitzt potenziell schlagkräftige Konkurrenz bereits inden Startlöchern. Um erfolgreich zu bleiben, müssen sichMedienunternehmen verstärkt mit neuen Technologien beschäftigen,durch die der Trend zur Aufsplitterung des Marktes und die derzeitstattfindenden Generationswechsel verständlicher werden. Im Zugedieser Veränderungen gewinnt auch die Pflege von Kundenbeziehungenstärkeres Gewicht. Europäische Medienunternehmen müssen sich angesichts verstärkterKonvergenz an neue Marktbedingungen anpassen, die Wertschöpfungsketteentsprechend umbauen und das für sie profitable Terrain abstecken.Während beispielsweise das Geschäftsmodell für Online-Musik bereitsetabliert ist, gibt es bei der Online-Verwertung von Musikvideos,Fernsehsendungen und Filmen noch Definitionsspielraum. Die großeFrage lautet: Wie lassen sich Inhalte auf vorhandenen und neuenDistributionskanälen verwerten? Wie erreicht man die verschiedenenZielgruppen und wie profitiert man von der zunehmendenMedienproliferation, statt daran zu scheitern? Telekommunikations-Trends: Gewinnsteigerung trotz Preisverfall Frank M. Hülsberg, Partner Technology, Media & Telecommunicationsvon Deloitte, erklärt: "Rund um die Welt investieren UnternehmenMilliarden Dollar, um sich ihren Anteil am Wachstumsmarkt derFestnetz- und Mobilfunk-Kommunikation zu sichern. Bei denMobilfunkverträgen rechnen wir damit, dass bis Ende des Jahres dieZwei-Milliarden-Marke überschritten wird. Doch selbst bei so vielenNeukunden und einem möglichen Absatzvolumen von 500 Millionen Handysallein in diesem Jahr werden die Gewinnspannen in den nächsten fünfJahren vermutlich weiter schrumpfen." Trotz des großen Interesses an Breitband-Anschlüssen machenamerikanische Provider kaum noch Gewinn, weil die starke Konkurrenzsie zwingt, den Dienst zum Selbstkostenpreis oder sogar darunteranzubieten. VoIP, das erst durch Breitband möglich wird und mit dembestimmte Gespräche kostenlos geführt werden können, wird ebenfallsimmer populärer. Trotzdem bleibt sprachbasierte Telefonie inabsehbarer Zeit die größte Umsatz- und Gewinnquelle. Für asiatische Mobilfunk-Anbieter liegt die Gewinnhürde nochhöher, da starke Kundenabwanderung und dadurch erforderlicheNeukundenakquisition die Kosten in die Höhe schrauben. Konkretbedeutet das: größere Marketingbudgets, höhere Zahlungen an denEinzelhandel und mehr Subventionskosten, um den Abschluss vonNeuverträgen durch verbilligte Handys attraktiv zu machen (inLändern, wo solche Subventionen legal sind). Gleichzeitig sinkenwettbewerbsbedingt die Preise für Sprach- und Datendienste. DieGewinnspannen für Netzbetreiber werden dadurch sehr eng. In Europa behaupten Anbieter traditioneller Festnetzdiensteaufgrund höherer Sprachqualität ihre Spitzenposition. Trotzsteigender Marktanteile für Mobilfunk und VoIP werden sie auchzukünftig die meisten Gesprächsminuten für sich vereinnahmen. Der Gefahr durch Mobilfunk und VoIP begegnen Festnetzbetreibermeist durch Preissenkungen. Diese Maßnahme kann sich allerdingsverheerend auf die Ertragskraft der Unternehmen auswirken. Statt denPreisverfall voranzutreiben, sollten Telekommunikations-Anbieterandere Strategien in Erwägung ziehen: Hervorhebung der überlegenenSprachqualität, attraktive Angebotsbündelung, Premium-Services zurstärkeren Differenzierung und Festnetz-Telefone mit integriertemelektronischem Adressbuch, was zwar ein einfaches, aber für vieleHandy-Käufer ausschlaggebendes Feature darstellt. Ende Deloitte Deutschland Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- undBeratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrumumfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und CorporateFinance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungenbetreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen undInstitutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allenWirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu istDeloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf derganzen Welt vertreten. Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Vereinschweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlichder mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischenRechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessenMitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweilsanderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig undunabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte &Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenenNamen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnenMitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte ToucheTohmatsu erbracht. Copyright (c) 2005 Deloitte & Touche GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.Originaltext: Deloitte & Touche
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Quelle: news aktuell