14.10.2005
Threadneedle: Wöchentliche Marktanalyse
Köln, den 14.10.2005 (Investmentfonds.de) - Großbritannien
Der britische Aktienmarkt hat sich im Wochenverlauf weniger gut entwickelt. Der Markt
beurteilt die Chancen bezüglich einer möglichen Zinssenkung durch die Bank of England
nun aber zuversichtlicher. Dies ist auf die Wahrscheinlichkeit des weiterhin anhaltenden
niedrigen Konsums zurückzuführen. Der Immobilienmarkt schwächt sich ab, und das
BIP-Wachstum liegt derzeit auf seinem niedrigsten Niveau seit 12 Jahren. In der letzten
Woche wurden von Cadbury Schweppes und Northern Foods Gewinnwarnungen veröffentlicht.
Wir bleiben im Einzelhandel ebenso stark untergewichtet wie in auf den Binnenmarkt
ausgerichtete Banken. In der Energiebranche, in der wir unsere Position in BP zuletzt
ausgebaut haben, sind wir nun übergewichtet positioniert.
USA
Der US-Aktienmarkt verzeichnete eine schwache Woche. Der Ölpreis ist aufgrund rück-
läufiger Nachfrage gesunken. Aus diesem Grunde entwickelten sich die Branchen Energie,
Versorger und Automobile nicht so erfreulich. Auf Branchenebene tendierten im Wochen-
verlauf Einzelhändler am besten, da sie unerwartet gute Umsatzzahlen bekannt gaben.
Wir stehen kurz vor dem Beginn der Gewinnsaison für das 3. Quartal. Bis jetzt wurden
die Erwartungen für das Gewinnwachstum auf Quartalsbasis nach oben korrigiert. In
den Segmenten Rohstoffe und Konsum gehen wir aber von einer Korrektur der Unternehmens-
gewinne nach unten aus. Im Hinblick auf die Portfolioaktivitäten haben wir einige
Positionen aus der Energiebranche, in der wir übergewichtet waren, reduziert. Unsere
Untergewichtung im Segment Finanzen haben wir abgeschwächt.
Europa
Die Märkte in Europa gaben im Wochenverlauf nach. Dabei kam es insbesondere bei
Energietiteln und Autobahnbetreibern zu starken Verkäufen. Kleinere Unternehmen
haben sich in den letzten Wochen im Vergleich zu marktbreiten Titeln besonders gut
entwickelt. Es gab jedoch einige Gewinnwarnungen von Unternehmen wie dem finnischen
Reifenhersteller Nokian Tyres (dessen Aktienkurs innerhalb eines Tages um etwa 20
Prozent einbrach) und dem deutschen Finanzvertrieb AWD. In Deutschland kam es zu
einer Entscheidung bei der Kanzlerfrage. Angela Merkel wird die erste weibliche
Bundeskanzlerin Deutschlands. Sie steht einer großen Koalition aus Christlich-
demokratischer- und Sozial-demokratischer Partei vor.
Japan
Der japanische Markt hat sich im Wochenverlauf nicht so erfreulich entwickelt. Dies
kam angesichts der deutlichen Aufwärtsbewegung der letzten Wochen aber nicht über-
raschend. Die Anleger sind im Hinblick auf den japanischen Markt jedoch weiter zuver-
sichtlich gestimmt. Auf Portfolioebene filtern wir derzeit mehr Aktien mit Kaufchancen
als Titel von Verkaufskandidaten heraus. Wir haben unsere Branchengewichtung aufgrund
dieser Entwicklung nicht verändert. In der letzten Woche haben wir eine breite Palette
von Titeln wie Advan, Nissay Dowa, Nomura, Sharp und Shinsei erworben. Verkauft wurden
Aktien wie Mizuho, Nisshin Steel, MUFG und Mitsui Fudosan.
Asien & Schwellenländer
Asien verzeichnete in der letzten Woche umfassende Gewinnmitnahmen. Diese betrafen
insbesondere die Branchen Energie und Rohstoffe. Das Segment Energie entwickelte sich
am besten. Das war hauptsächlich auf die zuvor schwache Entwicklung sowie den Umstand
zurückzuführen, dass man in dieser Branche nicht allzu viel Gewinne hätte mitnehmen
können. Darüber hinaus tendierten auch koreanische Banken fest, wo wir einige große
Positionen halten. Bezüglich Einzetitel haben wir China Oilfield sowie den Titel Lenovo
(aufgrund einer unerwartet guten Integration mit IBM) zugekauft. Außerdem kam es in
anderen Schwellenländermärkten wie Russland, Brasilien und Südafrika zu einer umfang-
reichen Verkaufswelle in den Branchen Energie und Rohstoffe.
Anleihen
Die Renditen von Staatsanleihen tendierten im Wochenverlauf größtenteils unverändert.
Wir haben damit begonnen, das allgemeine Risiko unserer Anleihenportfolios zu verringern.
Dies haben wir hauptsächlich durch den Verkauf von Hochzinsanleihen und einigen
Schwellenländeranleihen umgesetzt, obwohl wir das letztgenannte Segment weiterhin
stärker favorisieren. Im Bereich Unternehmensanleihen ist das Angebot nach wie vor
begrenzt, und die Qualität dieses Angebotes ist nicht sehr gut. Im Segment Hochzins-
anleihen wurde der Markt durch den Konkurs von Delphi überschattet. General Motors
brach aufgrund dieser Nachricht 9 Prozent ein. In der Folge hat Standard & Poor’s
die Bonitätseinstufung von General Motors-Anleihen weiter auf den Status von Schrott-
anleihen (Junk Bonds) zurückgestuft. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit weiterer
Bonitätszurückstufungen. Die Zinsdifferenzen von Hochzinsanleihen tendierten im Monats-
verlauf seitwärts
Quelle: Investmentfonds.de