14.10.2005
Bank Austria Creditanstalt Asset Allocation für das 4. Quartal 2005
Köln, den 14.10.2005 (Investmentfonds.de) - Die Performance an den internationalen
Börsen, namentlich jenen in Europa und den Emerging Markets, kann sich heuer durchaus
sehen lassen. Viele Börsen in den genannten Regionen sind zweistellig im Plus, nur die
Wall Street hinkt heuer etwas hinterher und kämpft weiter mit der Nulllinie.
Belastet wird die Stimmung in den letzten Wochen von Inflationsängsten und den damit
verbundenen, anhaltenden Zinserhöhungen durch die US Notenbank. Außerdem versuchen die
Marktteilnehmer, die tatsächlichen Auswirkungen der Wirbelstürme auf die amerikanische
Wirtschaft einzuschätzen, und so lange man sich darüber nicht wirklich im Klaren ist,
herrscht natürlich eine gewisse Unsicherheit. Dem stehen allerdings Fundamentaldaten
gegenüber, die alles andere als schlecht sind. Bezogen auf die Gewinnerwartungen für
2006, hat der S&P 500 derzeit ein KGV von 15, historisch betrachtet also sicherlich
nicht überzogen. Die Gewinne für das 3. Quartal, die derzeit von den Unternehmen vor-
gelegt werden, sollen um etwa 16 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2004 gewachsen sein.
Wenn diese Zahl tatsächlich erreicht wird, wäre das angesichts der Wirbelstürme und der
hohen Energiekosten eine tolle Leistung.
Auch die Rentenmärkte befinden sich derzeit im Spannungsfeld zwischen Wachstums- und
Inflationsängsten. Sowohl in den USA als auch in Euroland haben die 10-jährigen Renditen
ihre Tiefstände hinter sich gelassen und sind in den letzten Wochen angestiegen. Die US
Notenbank hält unbeirrt an ihrer Zinsanhebungskampagne fest, man erachtet die Auswirkungen
der Wirbelstürme vom heurigen Sommer bestenfalls für lokal begrenzt und vorübergehend.
Die EZB hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass sie bezüglich Inflation "sehr wachsam"
sei, dennoch sehen wir in den nächsten Monaten in Euroland keine Zinsanhebung.
Sehr stark performt haben heuer wieder die Emerging Markets, was angesichts der steigen-
den Leitzinsen in den USA alles andere als selbstverständlich ist. Hier schlägt aber die
Hausse der Rohstoffpreise entsprechend zu Buche. Unter den entwickelten Märkten glänzt
seit dem Frühsommer vor allem Tokio. Der deutliche Wahlsieg Koizumis im September hat
den Reformkräften den Rücken gestärkt, insofern gehen die Anleger von einer anhaltenden
Aufwärtsentwicklung der japanischen Wirtschaft und Börse aus.
Unsere Empfehlungen haben diesmal einen durchaus zyklischen Charakter, weil wir dort
von der Bewertung her die besseren Chancen sehen. Bei den europäischen Finanzdienst-
leistern empfehlen wir Münchner Rück und Allianz. Im Technologiebereich räumen wir in
Europa SAP bzw. in den USA Dell sehr gute Chancen ein. Aus dem Bereich Rohstoffe wählen
wir den amerikanischen Aluminiumhersteller Alcoa. Der europäische Einzelhandel ist mit
Pinault Printemps vertreten. Als defensive Beimischung wählen wir Pfizer aus dem weniger
konjunktursensitiven Pharmasektor.
Fazit
Das 4. Quartal begann für die internationalen Börsen mit einer Konsolidierung. Dennoch
sind die meisten europäischen Börsen seit Jahresbeginn zweistellig im Plus. An der Wall
Street ist die Performance für den Euroanleger durch den Anstieg des Dollar ebenfalls
durchaus zufrieden stellend. Das Geschehen wird auch heuer vom hohen Ölpreis dominiert,
der den Ölaktien zu einer sehr guten Entwicklung verholfen hat. Der Rest der Branchen-
trends verläuft aber eher uneinheitlich. Sowohl an den Aktien- als auch an den Renten-
märkten geht derzeit etwas die Furcht vor steigender Inflation um, die Fundamentaldaten
zeigen sich aber weiterhin robust. Wir bekräftigen daher unser Bekenntnis zu Aktien.
Asset Allocation
Trotz eines schwachen Starts in den Oktober zeigen vor allem die europäischen Börsen
eine sehr erfreuliche Performance seit Jahresbeginn. Das bestätigt uns in unserer
Einschätzung, Aktien überzugewichten. Wir sehen die aktuelle Konsolidierung auch etwas
jahreszeitlich bedingt (der Oktober verläuft häufig volatil) und gehen im restlichen
Jahresverlauf von einer guten Entwicklung an den Aktienmärkten aus. Daher belassen wir
auch im 4. Quartal die Aktienquote übergewichtet. Damit verteilen sich die Aggregate
nach wie vor auf 45 Prozent Aktien, 52 Prozent Anleihen und 3 Prozent Cash.
Anleihen
Unsere Rentenallokation halten wir unverändert bei. Weiterhin bestehen bleibt die
Übergewichtung des Euro Raumes (79 Prozent), in Rest Europa (15 Prozent) und in UK
(6 Prozent). Rest-Europa bedeutet derzeit Anleihen in den Währungen Dänenkronen,
Schwedenkronen, Norwegerkronen und Schweizer Franken sowie Währungen aus dem CEE-Raum
(via Fonds). Nicht investiert sind wir in den USA, Japan und Sonstige Länder.
Aktien
Aktienseitig tragen wir der positiven Entwicklung in Japan Rechnung und erhöhen den
Japananteil um zwei Prozentpunkte auf 12 Prozent. Gleichzeitig reduzieren wir den
ohnehin übergewichteten Aktienanteil in der Region Sonstige Länder um eben diese zwei
Prozentpunkte auf nunmehr 10 Prozent. Die restlichen Regionen bleiben in ihrer Gewich-
tung unverändert.
Quelle: Investmentfonds.de