13.10.2005
Ägypten strebt nach Direktinvestitionen aus Deutschland: Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Ägypten durch Reform- und Privatisierungsprogramm / Senkung der Körperschaftssteuer auf 20 Prozent
Kairo/Frankfurt am Main (ots) - Auf einer offiziellen
Presseveranstaltung in Frankfurt am Main gab Amr Abdel Azim, Vice
Chairman der ägyptischen General Authority for Investment and Free
Zones (GAFI), gestern Nachmittag die Bausteine des ägyptischen
Deregulierungs- und Privatisierungsprogramms zur Gewinnung deutscher
Direktinvestitionen bekannt.
Neben der Senkung der Körperschaftssteuer auf pauschale 20 Prozent
hat die ägyptische Regierung einige entscheidende Reformen zur
Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der
Wettbewerbsfreundlichkeit am Standort Ägypten auf den Weg gebracht.
Dazu gehören die Senkung der durchschnittlichen Zollgebühren auf 9
Prozent und die erfolgreiche Beseitigung bürokratischer Hürden für
die Wirtschaft. Genehmigungen für Firmengründungen können am Standort
Ägypten jetzt innerhalb von 72 Stunden eingeholt werden. Erlöse aus
Privatisierungen im Fiskaljahr 2004/2005 betragen ca. 810 Millionen
Euro. Im Fiskaljahr 2005/2005 wird mit Gesamterlösen von ca. 1,45
Milliarden Euro gerechnet. Eine der vier großen staatlichen
ägyptischen Banken steht bereits unmittelbar vor der Privatisierung.
"Von dieser Strukturpolitik und den damit durchgesetzten
wettbewerbspolitischen Maßnahmen profitieren deutsche Firmen bei
ihren Aktivitäten am Investitionsstandort Ägypten enorm. Der Standort
ist jetzt gezielt auf die Anforderungen des globalen Wettbewerbs
ausgerichtet. Davon erhoffen wir uns in den nächsten Monaten ein
signifikantes Interesse im Hinblick auf Betriebsansiedlungen und
Direktinvestitionen aus Deutschland", so Amr Abdel Azim.
Insgesamt haben sich mittlerweile 315 deutsche Firmen am
Wirtschaftsstandort Ägypten angesiedelt. Die deutschen
Direktinvestitionen in Ägypten betragen derzeit ca. 360 Millionen
Euro. Zu den bedeutendsten deutschen Investoren gehören Siemens, RWE,
BMW, DaimlerChrysler und ThyssenKrupp.
"Für Siemens ist Ägypten in vielerlei Hinsicht ein attraktiver
Investitionsstandort: qualifizierte Arbeitskräfte, hohe
Produktivität, niedrige Lohnkosten, einer der größten afrikanischen
Absatzmärkte und eine Drehscheibe für die Märkte im Mittleren Osten
und in Nordafrika", erklärte Bernhard Levri, CEO von Siemens Egypt.
Aufgeschlüsselt nach Branchen ist unter den deutschen Unternehmen
der Industriebereich der größte Investitionssektor, in dem 41 Prozent
(130 Firmen) aller deutschen Niederlassungen tätig sind. Die
zweitgrößte Gruppe bildet mit 83 Unternehmen (26 Prozent) der
Tourismussektor, gefolgt vom Bauwesen (51 Unternehmen / 16 Prozent)
und dem Dienstleistungsbereich (33 Unternehmen / 10 Prozent).
Zu den wichtigsten jüngsten Errungenschaften der Reformpolitik der
Regierung zählt Amr Abdel Azim:
- Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent in 2004/2005
- Zunahme des Volumens ausländischer Direktinvestitionen in
2004/2005 um 146 Prozent auf ca. 1 Milliarde US-Dollar. Erwartet
für 2005/2005: 1,4 Milliarden US-Dollar.
- Rückgang der Inflationsrate von 12 Prozent auf 4,8 Prozent im
vierten Quartal des Fiskaljahres 2004/2005
- Der Index der Aktienbörse in Kairo kletterte in 2004/2005 um 860
Punkte; die Marktkapitalisierung hat sich zwischen Juni 2004 und
Juni 2005 verdoppelt
Als wichtigste Vorzüge des Wirtschaftsstandortes Ägypten für
deutsche Unternehmer nannte Amr Abdel Azim:
- Zugang zu einigen der weltweit größten und wohlhabendsten Märkte
- Ein großer, relativ junger, dynamisch wachsender Absatzmarkt
- Eine hohe Anzahl qualifizierter, technisch ausgebildeter
Arbeitskräfte
- Niedrige Arbeitskosten sowie niedrige Kosten für Energie und
Wasser
- Stetig fallende Kosten für Firmengründungsverfahren
- Verfügbarkeit von Rohstoffen
- Entwickelte Infrastruktur im Bereich der Informations- und
Kommunikationstechnologien sowie in den Bereichen Transport,
Versorgung, Business Support Services
- Attraktive Lebensqualität
- Nachhaltige Reformen im Bereich Steuern, Zölle, Regulierung und
Finanzdienstleistungen sowie Privatisierungsprozesse zur
Verbesserung des gesamtwirtschaftlichem Umfelds
"Mit dem wettbewerbsfördernden Wirtschaftspaket erleichtern wir
den Markteintritt deutscher Firmen. Unser Markt bietet jetzt ein
hohes Maß an - für deutsche Investoren entscheidender - Offenheit und
Transparenz", so Amr Abdel Azim.
Über die General Authority for Investment and Free Zones (GAFI):
GAFI ist die offizielle Wirtschaftsförderung und erste Beratungs-
und Anlaufstelle (One Stop Shop) des Landes Ägypten für
internationale Investoren. Hauptaufgabe von GAFI sind neben der
aktiven Vermarktung des Investitionsstandorts Ägypten verschiedene
Beratungsdienste bei Ansiedlungs- bzw. Investitionsprojekten. Zu den
kostenlosen und vertraulichen Leistungen in allen Phasen des
Investitionsprozesses gehören u. a. die Sicherstellung rascher
Genehmigungsverfahren bei Firmengründungen, Bereitstellung von Markt-
und Brancheninformationen, Kontakt mit Regierungsbehörden und
potenziellen Kooperationspartnern sowie Unterstützung bei der
Standortwahl.
Originaltext: GAFI Gen. Auth. f. Invest. a. Free Zones
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Quelle: news aktuell