07.10.2005
Chinas Verbrauchermarkt auch von deutschen Firmen heiß umkämpft / Studie von Deloitte über Chancen und Risiken im chinesischen Markt
München/Düsseldorf (ots) - Innerhalb der nächsten zwei Jahrekönnte sich Chinas Verbrauchermarkt entscheidend in Richtungwestlicher Modernität verändern. Amerikanische und japanische Firmensind in diesen Markt bereits vorgedrungen. Durch fundierteMarktkenntnis und durchdachte Markterschließungsstrategien konntensie einen hoch profitablen neuen Ländermarkt gewinnen. Auch fürdeutsche Unternehmer, die ihre Stärke traditionell erfolgreich aufAnlagegüter und langfristige Gebrauchsgüter konzentriert haben, rücktdas enorme Potenzial des chinesischen Konsumgütermarktes immer mehrin den Blickpunkt. In der aktuellen Studie "China's Consumer Market - Risks andOpportunities" zeigt Deloitte die Chancen und Risiken deschinesischen Konsumgütermarktes auf und analysiert dielandesspezifischen Gegebenheiten und Erfolgsfaktoren. Deloittebeschäftigt sich mit Veränderungen des Geschäftsklimas in China understellt Prognosen zur weiteren Entwicklung des chinesischenVerbrauchermarktes sowie zu möglichen strategischen Konsequenzen fürglobale verbraucherorientierte Unternehmen. Modernisierung des chinesischen Markts In Zukunft werden die Beschränkungen für ausländische Investorenin Chinas Distributionssektor fallen. Die chinesische Regierungbemüht sich darum, wirtschaftliches Wachstum unabhängiger vonInvestitionen und Export zu machen und stärker an Verbraucherausgabenzu koppeln. Die chinesische Währung wurde bereits aufgewertet. DasBankensystem wird Reformen durchlaufen, die einen größeren undleistungsfähigeren Markt für Verbraucherkredite ermöglichen. DieKonsolidierung im Markt für Wohnimmobilien hat bereits eingesetzt,die Preise sinken und chinesische Einzelhandelsunternehmen werdenzwangsweise fusionieren. Als Folge der Marktveränderungen beschleunigen sich das Wachstumder Verbraucherausgaben und die Modernisierung desEinzelhandelsvertriebs. Internationale Einzelhandels- undKonsumgüterunternehmen drängen deshalb verstärkt ins Land. Das rasante Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat die Zahl derMittelschicht-Verbraucher in den letzten zehn Jahren stark ansteigenlassen. Überdurchschnittlich viele hohe und mittlere Einkommen wirkensich durch entsprechend hohe Kaufkraft aus. Langfristig wird Chinaswirtschaftliche Zukunft von der Binnennachfrage getragen sein. DieErgebnisse der Deloitte Studie zeigen, China schließt zu denreichsten Ländern der Welt auf, indem es in neue Wirtschaftskapazitätinvestiert und durch Einsatz moderner Technologien die Produktivitätseiner Arbeitnehmer ständig erhöht. Zu erwarten ist, dass die chinesische Regierung die Privatisierungstaatlicher Unternehmen vorantreiben und eine stärkere ausländischeBeteiligung an Chinas Binnensektor zulassen wird. Dies sollte dieRentabilität von Investitionen erhöhen und ein noch schnelleresWirtschaftswachstum möglich machen. Mathias Kessler, Partner bei Deloitte, führt aus: "Langfristigwird dieses Wachstum zu noch größerem Rohstoffverbrauch führen. Schonjetzt wirkt sich Chinas hoher Ressourcenbedarf deutlich auf dieglobalen Rohstoffpreise aus und hat die Umweltqualität in Chinamassiv verschlechtert. Auch wenn das Land langfristig Ressourcensparender produziert, werden die Auswirkungen auf den globalenRohstoffmarkt vermutlich von Dauer sein und geopolitischeKonsequenzen haben. Wachstum und Stabilität werden entscheidend davonabhängen, wie China und der Rest der Welt mit dieser Entwicklungumgehen. Tatsächlich hat China bereits mit der Suche nach sicherenErdöl- und anderen Rohstoffquellen begonnen." Die Entwicklungen im Detail Bevölkerungsstatistik Chinas Bevölkerung wächst relativ langsam. In den nächsten 20Jahren wird ein Zuwachs von nur 11 Prozent auf etwa 1,45 Milliardenerwartet. Interessant ist jedoch die Veränderung der Altersstruktur.Aufgrund sinkender Fertilitätsraten und späterer Heirat undFamiliengründung wird es in Zukunft wesentlich weniger Kinder undJugendliche in China geben, wohingegen sich die Zahl der über65jährigen von derzeit 99 Millionen auf 199 Millionen verdoppelnwird. Im Ergebnis weist China schon jetzt ähnliche demographischeStrukturen wie die entwickelten Industrienationen auf. Als eine Folgedavon halten die Chinesen hohe Sparraten aufrecht und Konsumgüter fürdie Gruppe der so genannten "Grauen Panter" gewinnen an Bedeutung. Verbraucherausgaben 2003 gaben chinesische Verbraucher insgesamt 9,2 BillionenRenminbi (0,93 Bill. Euro) aus. Davon entfielen 41 Prozent aufLebensmittel - ein Rückgang von 7 Prozent gegenüber 1997 undgleichzeitiger Ausdruck einer Wandlung zur modernen Konsumstruktur. Der starke Anstieg der Verbraucherausgaben insgesamt um 64,2Prozent seit 1997 ist vor allem auf das hohe Wirtschaftswachstum vonjährlich 9 Prozent zurückzuführen. Dadurch stieg das verfügbareHaushaltseinkommen im Zeitraum 1997 bis 2003 kontinuierlich. Lebensbedingungen Der Verbrauchertrend bei nicht lebensnotwendigen Gütern undDienstleistungen hängt mit der wirtschaftlichen Verbesserung derLebensbedingungen zusammen. So stieg zum Beispiel im Zeitraum 1997bis 2003 die Wohnfläche pro Kopf um 33,1 Prozent von 17,8 auf 23,7Quadratmeter. In China verbessern sich nicht nur dieLebensbedingungen, sondern auch die Zukunftsaussichten. Immer mehrjunge Chinesen kommen in den Genuss einer höheren Schulbildung undsteigern damit die künftige Kaufkraft. Von 1997 bis 2003 hat sich dieZahl der Chinesen, die eine Universität besuchen, nahezu verdoppelt. Gebrauchsgüter In städtischen Haushalten gibt es mittlerweile viele elektronischeGeräte. Im Jahr 2003 besaßen bereits 27,8 Prozent aller Familieneinen Computer, 1997 waren es erst 2,6 Prozent. 1998 telefonierten 24Millionen Chinesen mobil, 2003 stieg die Zahl der Handybesitzer auf269 Millionen. Automobile Der chinesische Automobilmarkt hat sich in den letzten Jahrenstark verändert, was zum Teil auf die Senkung von Importzöllen nachdem Beitritt Chinas zur WTO zurückzuführen ist. Der Bestand an Pkwsin China erhöhte sich von 2,3 (1998) auf 5,4 (2003) je 1.000Bewohner. Ein weiterer starker Anstieg steht in den kommenden Jahrenbevor. Spareinlagen Chinesische Haushalte sparen einen großen Teil ihres Einkommens.Das Sparguthaben pro Kopf stieg von 1997 bis 2003 um 114,2 Prozentund der Gesamtwert aller privaten Spareinlagen um 123,9 Prozent auf10,4 Billionen Renminbi (1997: 4,6 Billionen). Basierend auf dem zumZeitpunkt der Studie aktuellen Wechselkurs, entspricht dies einemSparguthaben von insgesamt 1,06 Billionen Euro. Einzelhandel Der chinesische Einzelhandel steckt immer noch im Umbruch. BisMitte der 90er Jahre gab es fast nur staatliche Kaufhäuser sowiekleine unabhängige Läden und Straßenmärkte. Sie existieren zwarweiter, müssen sich jedoch in den großen Küstenstädten der Konkurrenzzahlreicher Hypermärkte, Supermärkte und Convenience Stores erwehren. Großkonzerne wie die Metro AG beispielsweise sahen sich zuerstAnfangsschwierigkeiten im Absatzmarkt gegenüber. Mittlerweile jedochforciert die Konzernspitze das Geschäft recht erfolgreich. Diefranzösische Kette Carrefour dagegen war von Beginn an sehrgewinnträchtig. OBI dagegen hat sein China-Geschäft aufgegeben undder Hauptkonkurrent B&Q kaufte das Unternehmen auf. Der zur internationalen Handelskette Tengelmann gehörendeLebensmittel-Discounter Plus hat seine Chancen in China genutzt undist dort mittlerweile erfolgreich. Die Chinesen übersetzenPionierleistung wörtlich mit "Pflastersteinen" und so hat sich Plusim Land den bezeichnenden Namen "Pflasterstein Supermarkt" gegeben.Darüber hinaus gibt es in China mittlerweile einige sehr erfolgreichinternationale Ketten wie Wal-Mart und IKEA und nationale Ketten wieLianhua, Hualian, Auchan und Wumart. Chinesisches Management in internationalen Unternehmen Mathias Kessler fasst abschließend zusammen: "Der chinesischeVerbrauchermarkt könnte in den kommenden Jahren einenüberproportional hohen Anteil am Wachstum der weltweit führendenverbraucherorientierten Unternehmen verbuchen. Die Herausforderungwird darin bestehen, die Risiken und Hindernisse eines Engagementsauf dem chinesischen Markt zu managen. Gleichzeitig müssen dieUnternehmen die durch das starke Wachstum gebotenen Möglichkeitenausschöpfen. Notwendig ist einerseits die volle Konzentration aufeigene Stärken, andererseits die Anpassung an lokale Gegebenheiten.Um die ausländische Unternehmenskultur in Einklang mit der neuenUmgebung zu bringen, müssen lokale chinesische Manager in dieStrukturen eingebunden werden. Zu guter Letzt erleichtert dieImplementierung einer chinesischen Geschäftsführung im ausländischenUnternehmen eine erfolgreiche China-Präsenz." Ende Deloitte Deutschland Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- undBeratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrumumfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und CorporateFinance-Beratung. Mit über 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungenbetreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen undInstitutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allenWirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu istDeloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf derganzen Welt vertreten. Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Vereinschweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlichder mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischenRechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessenMitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweilsanderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig undunabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte &Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenenNamen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnenMitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte ToucheTohmatsu erbracht. Copyright © 2005 Deloitte & Touche GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.Originaltext: Deloitte & Touche
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=37353
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_37353.rss2
Pressekontakt:Antonia WesnitzerPressereferentinTel.: +49 89 29036-8825awesnitzer@deloitte.de Mathias KesslerPartner und Leiter Chinese Services GroupTel.: +49 211 8772-2601mkessler@deloitte.de
Quelle: news aktuell