07.10.2005
Commerzbank-Börsenbericht: Aktienmärkte verlieren Dynamik
Frankfurt (ots) - Mit anhaltend großem Schwung starteten die
internationalen Aktienmärkte in diese Börsenwoche und markierten
teilweise neue Dreijahreshochs. Der DAX übersprang sogar die Marke
von 5.100 mühelos. Danach setzten - trotz weiterer Entspannung an der
Ölfront - kräftige Gewinnmitnahmen ein, die die Indizes zum Teil
deutlich drückten. Auslöser waren in erster Linie Sorgen wegen einer
drohenden Abkühlung der amerikanischen Konjunktur bei sich
gleichzeitig verstärkendem Inflationsdruck mit der Folge weiterer
Zinsanhebungen durch die Fed. Tatsächlich dürften diese Sorgen
übertrieben sein. Die US-Wirtschaft wird im kommenden Jahr mit knapp
3,5% wachsen und damit weiterhin eine überdurchschnittliche Dynamik
aufweisen. Und in Europa und auch in Deutschland haben sich die
Konjunkturperspektiven zuletzt deutlich verbessert. So ist der
Commerzbank-Frühindikator im September weiter gestiegen und erreicht
nun ein Niveau wie zuletzt Anfang 2004. Stützend wirken sowohl der
kräftig wachsende Welthandel als auch die sehr niedrigen Zinsen und
der sich abschwächende Außenwert des Euro. Anlass zur Sorge gibt
allerdings, dass die Impulse immer noch fast ausschließlich vom
Ausland kommen, während die inländische, insbesondere die
Konsumnachfrage schwach bleibt.
Ingesamt stellen sich die Rahmenbedingungen für Aktienanlagen aber
weiter gut dar. Die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist viel
versprechend und die niedrigen Zinsen machen alternative Anlagen
unattraktiv. Die Experten der Commerzbank empfehlen vor allem die
zurückgebliebene Aktie der Deutschen Telekom zum Kauf.
Die Renditen an den europäischen Rentenmärkten zogen in dieser
Woche wegen Gewinnmitnahmen und der Furcht vor einer Verschärfung der
amerikanischen Zinspolitik spürbar an. Auch die Europäische
Zentralbank tendiert jetzt zumindest verbal in Richtung Zinserhöhung,
da sie die Risiken bei der Preisentwicklung mit dem aktuellen
Leitzins von 2% nicht mehr im Einklang sieht. Die Volkswirte der Bank
erwarten, dass sich die begonnene Korrektur am Rentenmarkt noch
fortsetzt, auch wenn sich bei den kurzfristigen Zinsen zunächst wohl
nichts ändern dürfte. Es bleibt vielmehr realistisch, auch während
des gesamten nächsten Jahres von konstanten Leitzinsen auszugehen.
Angesichts der zurzeit nur schwer abzuschätzenden Markttendenz
sollten Anleger eher defensiv agieren und sich bei Neuanlagen auf den
Laufzeitenbereich zwischen zwei und vier Jahren konzentrieren.
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