30.09.2005
Commerzbank-Börsenbericht: Aktienmärkte mit neuem Schwung
Frankfurt (ots) - Nachdem sich die Schäden aus dem Hurrikan Rita
als nicht so groß wie befürchtet herausstellten, setzten die
internationalen Aktienmärkte zu einem neuen Höhenflug an. In dessen
Verlauf erreichten mehrere europäische Börsen zyklische Hochs. Der
DAX sprang locker über die 5.000er Marke auf zwischenzeitlich 5.060
Punkte und verbuchte damit gegenüber dem Rita-Tief ein beachtliches
Plus von mehr als 4%. Ursächlich für die Rallye waren vor allem die
rückläufigen Ölpreise und die Entspannung an der politischen Front,
seit sich immer deutlicher eine Große Koalition als Lösung der
Regierungsbildung abzeichnet. Im Blickpunkt standen in den letzten
Tagen insbesondere Versicherungs- und Automobilwerte, bei denen der
Einstieg von Porsche bei Volkswagen ebenso für Gesprächstoff sorgte
wie der weitere Abbau von 8.500 Arbeitsplätzen bei Mercedes.
Nach der überraschend schnellen Erholung dürfte die Stimmung unter
den Anlegern weiter gut bleiben. Dies spiegelt sich auch in den
vielen aktuellen und angekündigten Börsengängen wider. Bei günstiger
Gewinnentwicklung vieler Unternehmen bleiben Ölpreise und
Konjunkturdaten die bestimmenden Kursfaktoren. Entgegen den
allgemeinen Erwartungen ist das ifo-Geschäftsklima auch im September
gestiegen und stützt damit die Vorstellung einer wirtschaftlichen
Belebung im dritten Quartal. Diese wird sich in den Winter hinein
fortsetzen, ohne dass es zu einem selbst tragenden Aufschwung kommt.
Privatanleger sollten bei Neuengagements immer noch die Aktie der
Allianz bevorzugen.
Nach dem Rutsch unter die 3%-Marke sind die Renditen am
europäischen Rentenmarkt zuletzt deutlicher gestiegen. Dazu
beigetragen haben sowohl der sinkende Ölpreis als auch die
freundlichen Aktienmärkte. Aus fundamentalen Gründen scheint,
ausgehend von dem aktuell tiefen Niveau, ein weiterer moderater
Renditenanstieg vorgezeichnet. So wird wegen der immer noch robusten
Binnenkonjunktur bei zunehmenden Inflationsrisiken die amerikanische
Notenbank nach Einschätzung der Commerzbank-Volkswirte ihren Leitzins
bis Januar 2006 weiter auf 4,5% anheben, bevor sie danach eine
längere Pause einlegt. Von den steigenden amerikanischen Renditen
wird sich Europa nicht ganz abkoppeln können, obwohl die Europäische
Zentralbank ihre kurzfristigen Sätze auf Sicht des nächsten Jahres
unverändert lassen dürfte. Private Anleger sollten weiter Papiere mit
Laufzeiten zwischen zwei und vier Jahren wählen.
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