26.09.2005
Bankenverb.: Weltkonjunktur bleibt in guter Verfassg.
Köln, den 26.09.2005 (Investmentfonds.de) - Die Weltwirtschaft wächst nach wie vor
überdurchschnittlich. Der hohe und aller Voraussicht nach auf hohem Niveau
bleibende Ölpreis wird die Weltkonjunktur zwar etwas dämpfen – eine „harte Landung“
der Konjunktur ist aber nicht zu befürchten. Der „konjunkturelle Rückenwind“ sollte
nun entschlossen zum Eindämmen der bestehenden Risiken genutzt werden.
Gelingt es der Geldpolitik in den USA, bei den Immobilienpreisen zu einer
schrittweisen „Normalisierung“ zu kommen, und der Finanzpolitik, die strukturellen
Haushaltsdefizite abzubauen, dürfte die US-Wirtschaft auch 2006 auf einem soliden
Expansionskurs bleiben. Die Folgen des Hurrikans Katrina sollten das amerikanische
Wirtschaftswachstum nur vorübergehend belasten.
In Japan haben sich die konjunkturellen Perspektiven weiter verbessert. Inzwischen
mehren sich auch die Anzeichen für ein allmähliches Ende der Deflation. Erfreulich
ist ferner, dass die Parlamentswahlen eine klare Mehrheit für die Fortsetzung des
wirtschaftspolitischen Reformkurses ergeben haben.
Der Euro-Raum ist nach wie vor der konjunkturelle Nachzügler in der Weltwirtschaft.
Zwar wird sich die moderate wirtschaftliche Erholung trotz der hohen Ölpreise fort-
setzen, eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums ist aber auch für
2006 nicht in Sicht.
Die Wachstumsdynamik in den asiatischen Schwellenländern wird sich voraussichtlich
etwas abschwächen. Vor allem die Wachstumspole China und Indien werden aber dafür
sorgen, dass die Region weiterhin eine zentrale Stütze der Weltkonjunktur bleibt.
Die sehr robuste Wirtschaftsentwicklung in den mittel- und osteuropäischen Staaten
sowie in Russland setzt sich aller Voraussicht nach fort. Während die neuen EU-
Mitgliedstaaten weiter von der Integration in den europäischen Binnenmarkt profitieren,
ird das Wirtschaftswachstum in Russland von den hohen Energiepreisen gestützt.
Die im vergangenen Jahr überaus kräftig expandierende Wirtschaft in den lateinameri-
kanischen Staaten hat sich – nicht zuletzt aufgrund der monetären Straffung in
einigen Ländern der Region – abgeschwächt. Gleichwohl dürfte das Wachstum in zahl-
reichen lateinamerikanischen Ländern noch leicht über der Potenzialrate liegen,
weshalb auch für 2006 mit einer leichten Abkühlung zu rechnen ist.
Nach einer Stagnation im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft bereits im
dritten Quartal wieder auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt sein. Da für die schwache
Binnennachfrage nur eine sehr langsame Besserung zu erwarten ist, wird das Wirt-
schaftswachstum voraussichtlich aber nur moderat ausfallen. Zudem lassen sich aus der
Bundestagswahl keine klaren Signale über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs
in Deutschland ablesen. Dies dürfte zumindest kurzfristig Stimmung und Perspektiven
der deutschen Wirtschaft belasten. Die Preisperspektiven bleiben sowohl für Deutschland
als auch für den gesamten Euro-Raum vergleichsweise günstig. Für die Europäische
Zentralbank besteht von daher kein akuter Handlungsbedarf für eine Leitzinserhöhung.
Quelle: Investmentfonds.de