23.09.2005
Globale Produktivitätsstudie 2005: Weltweit werden 37 % der Arbeitszeit verschwendet
München (ots) - Hauptursache für unproduktive Arbeitszeit sind Fehler und Schwächen im Management - Schaden allein in Deutschland jährlich rund 219 Milliarden Euro - Ineffiziente Meetings als "Produktivitätskiller" Weltweit verbringt jeder Beschäftigte pro Jahr rund 84 Arbeitstagemit unproduktiven Tätigkeiten. Damit werden rund 37 % derArbeitszeit verschwendet, ein leichter Rückgang um 1 % im Vergleichzum Vorjahr. Das ist das Ergebnis der 5. GlobalenProduktivitätsstudie der Unternehmensberatung Proudfoot Consulting.Erneut ist unproduktive Arbeitszeit in Unternehmen vor allem aufFehler und Schwächen des Managements zurückzuführen. Dervolkswirtschaftliche Schaden durch Produktivitätsverluste istgewaltig. Allein in Deutschland betrug er im Jahr 2004 etwa 219Milliarden Euro. Das entspricht 9,7 % des deutschenBruttoinlandsprodukts. Grundlage der 5. Globalen Produktivitätsstudie sind rund 2.600Einzelstudien aus 100 Projekten von Proudfoot Consulting beimittleren und großen Unternehmen sowie eine Umfrage desForschungsinstituts bei 816 Führungskräften in 11 Ländern. Gewaltige Potenziale verschwendet Der Studie zufolge ist die Unternehmensproduktivität in diesemJahr weltweit nur geringfügig um ein 1 % auf 63 % gestiegen. Damitwerden rund 37 % der Arbeitszeit mir unproduktiven Tätigkeitenverbracht. Für Dr. Jochen Vogel, Head of Germany von ProudfootConsulting, ist der geringe Anstieg der Produktivität im Vergleichzum Vorjahr kein Signal der Entwarnung: "Die Unternehmen habenbranchenübergreifend die gewaltigen Potenziale immer noch nichterkannt, die durch unproduktive Arbeitszeit verschwendet werden.Dabei wird diese Stellschraube gerade für deutsche Unternehmen ineinem härter werdenden internationalen Wettbewerb immer wichtiger."Die Kosten unproduktiv verbrachter Arbeitszeit sind gewaltig. DerGlobalen Produktivitätsstudie zufolge entstehen allein Deutschlandjährlich Kosten von rund 219 Milliarden Euro. Das entspricht etwa9,7 % des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik Deutschland von2004. Manager: Wenig Übersicht, falsche Prioritäten Die Ursachen für Produktivitätsverluste sind wie in den Vorjahrenvor allem beim Management zu suchen. Im Vergleich zum Vorjahr habendie Defizite in den Führungsebenen sogar noch zugenommen. 46 % allerProduktivitätsverluste sind auf Mangelnde Planung und Steuerungzurückzuführen (Vorjahr 40 %), 31 % auf Mangelnde Führung undAufsicht (Vorjahr 32 %). Damit sind 77 % (Vorjahr 72 %) derProduktivitätsverluste in Unternehmen durch Schwächen im Managementverursacht. Die weiteren Ursachen: Mangelnde Kommunikation 4 %(Vorjahr 9 %), Mangelnde Arbeitsmoral 9 % (Vorjahr 8 %), MangelndeQualifikation 8 % (Vorjahr 8 %), IT-Probleme 1 % (Vorjahr 4 %). Ineffiziente Prozesse Dr. Jochen Vogel, Head of Germany bei Proudfoot Consulting, zu denKonsequenzen der Studie für Unternehmen: "Managern fehlt oft dieÜbersicht, sie setzen falsche Prioritäten. Unternehmen, die esschaffen, durch klare Führungsstrukturen und effizientere Prozesseihre Produktivität zu steigern, können sich ein gewaltiges Plus imWettbewerb verschaffen. Produktivitätssteigerung durch den Abbau dervon uns identifizierten 'Produktivitäts-Barrieren' sollte klarePriorität vor Kapitalinvestitionen haben. Leider ist diese im Grundesimple Regel insbesondere bei deutschen Unternehmen noch nichtangekommen." "Produktivitätskiller" Meetings Wie in Unternehmen Arbeitsproduktivität oft verschwendet wird,zeigt die umfangreiche Analyse von Meetings in Unternehmen, einem derSchwerpunkte der Globalen Produktivitätsstudie in diesem Jahr.Proudfoot Consulting hat 150 Meetings in 50 Unternehmen begleitet undanalysiert. Nicht einmal ein Drittel aller Meetings (27 %) waren gutvorbereitet. Oft wurde nicht einmal eine Tagesordnung erstellt undden Teilnehmern vorab zugeleitet. Nur 12 % der Meetings endeten miteiner klaren Festlegung der nächsten Schritte. Auch nach Durchführungvon Meetings agieren Unternehmen oft nachlässig und wenig effizient:In 73 % aller Fälle wurde die Zuständigkeit für definierte Maßnahmennicht klar festgelegt bzw. keine Deadlines vereinbart. Prof. NicholasCrafts, Professor an der London School of Economics (LSE), hat dieErgebnisse der Globalen Produktivitätsstudie 2005 eingehendanalysiert. Insbesondere die oft äußerst ineffiziente Durchführungvon Meetings in Unternehmen hält er für alarmierend: "Solchen banalenProduktivitätsaspekten wird, im Vergleich zu Kapitalinvestitionen,noch immer viel zu wenig Bedeutung beigemessen." Die komplette Studie mit der einleitenden Analyse von Prof.Nicholas Crafts ist auf Anfrage kostenlos erhältlich beishoppe@proudfootconsulting.com.Originaltext: Proudfoot Consulting
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Quelle: news aktuell