20.09.2005
ADIG: Idealszenario kommt nicht zustande nach der Wahl
Köln, den 20.09.2005 (Investmentfonds.de) - Die Diskussion über Auswirkungen
der Bundestagswahl in Deutschland wird die Märkte in der kommenden Woche bewegen.
Bezogen auf den europäischen Aktienmarkt und vor allen den deutschen Markt bleibt
zu konstatieren, dass das Idealszenario vieler Investoren und Ökonomen mit Blick
auf notwendige Reformen, eine schwarz-gelbe Koalition, nicht zustande kommen wird.
Des weiteren wird die Unsicherheit zumindest bis zur Dresden-Nachwahl und darüber
hinaus bei möglicherweise zähen Koalitionsgesprächen noch weiter andauern.
"Dennoch dürfen die politischen Rahmenbedingungen nicht überbewertet werden",
sagt COMINVEST-Fondsmanager Christoph Berger. "Solide Unternehmensgewinne, niedrige
Bewertungen von Aktien gegenüber der eigenen Historie sowie gegenüber Renten und
ein von den Höchstständen deutlich entfernter Ölpreis setzen weiterhin positive
Impulse für Aktien", so Deutschland-Experte Berger.
Von makroökonomischer Seite dürfte sich in den USA das Hauptaugenmerk auf die
Fed-Sitzung richten. COMINVEST geht davon aus, dass die Politik der maßvollen
Zinserhöhungen fortgesetzt wird, so dass die Fed-Funds um 25 Basispunkte auf dann
3,75% angehoben werden. Die Meinung mancher Marktteilnehmer, die Fed werde auf-
grund der "Katrina"-Auswirkungen die Zinsen nicht weiter erhöhen, können wir
nicht teilen. Die Geldpolitik eignet sich aufgrund ihrer zeitlich versetzten
Wirkung kaum zur konjunkturellen Feinsteuerung. Bezogen auf den US-Immobilien-
markt, der wegen seiner stützenden Wirkung auf den privaten Verbrauch genau
verfolgt werden sollte, erwarten wir robuste Zahlen. Die Erstanträge auf
Arbeitslosenhilfe dürften, induziert durch "Katrina", deutlich ansteigen.
In Euroland sollten sich die ZEW-Indikatoren für Euroland und Deutschland sowie
der belgische Zentralbankindikator schwächer als im August präsentieren. Dafür
sprechen die zuletzt gesunkenen ISM (Verarbeitendes Gewerbe) sowie Ifo-Geschäfts-
klimaindex (Deutschland). In Großbritannien erwartet COMINVEST bei der RICS-
Immobilienumfrage eine Fortsetzung des Stabilisierungstrends. Auch die CBI-
Industrieumfrage dürfte auf eine Verbesserung hindeuten.
In Japan wird der Handelsbilanzsaldo für August voraussichtlich viel freundlicher
als im Vormonat ausfallen.
Das wichtigste Ereignis der kommenden Woche aus Rentenmarktsicht wird die Sitzung
der US-Notenbank Fed sein. Nach bislang kontinuierlichen Erhöhungen von je 25
Basispunkten je Sitzung geht COMINVEST auch bei der anstehenden Sitzung von einer
weiteren Erhöhung auf dann 3,75% für den Leitzins "Fed Funds Rate" aus. Zu beachten
sind auch die Daten zum US-Immobilienmarkt, die am heutigen Montag veröffentlicht
werden, da der Konsum der US-Bürger zuletzt in besonderem Maße von Anstiegen bei
den Hauspreisen begünstigt wurde. In Euroland stehen der ZEW- und Belgische
Zentralbankindikator zur Veröffentlichung an. Bei beiden erwarten wir einen
leichten Rückgang. Insgesamt sollte der Rentenmarkt jedoch in der kommenden Woche
zur Schwäche neigen. Wir erwarten zum Wochenende einen Bund-Future von ca. 122,50.
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Quelle: Investmentfonds.de