16.09.2005
Rheinische Post: Umfrage: Manager formulieren Erwartungen an Berlin
Düsseldorf (ots) - In Gastbeiträgen für die in Düsseldorf
erscheinende "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) formulieren
Konzernchefs und Familiengesellschafter ihre Erwartungen an die
künftige Bundesregierung.
Hans-Joachim Körber, Metro-Chef: "Ich erwarte von unseren
Politikern eine klare politische Vision und die Abkehr von
kurzfristigen taktischen Zielen."
Ulrich Lehner, Vorsitzender der Henkel-Geschäftsführung, schreibt:
"Die Bürger durchaus reformbereit haben die Diskussion satt, sind
verunsichert und werden zunehmend staatsverdrossen. Es muss endlich
gelingen, reformerische Prioritäten festzulegen, sie überzeugend den
Bürgern zu begründen."
Werner Müller, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister und Chef des
Essener RAG-Konzerns, wünscht sich, dass die nächste Bundesregierung
"die begonnene Reformarbeit konsequent" fortsetzt. Parallel dazu
müsse "die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger in die Notwendigkeit
auch schmerzhafter Reformen gewonnen werden".
Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender des Bayer-Konzerns, appelliert
"an die künftige Regierung, erheblich mehr in Bildung, Forschung und
Entwicklung zu investieren. Dieser Bereich bestimmt unsere künftigen
Chancen, die wir aber schon heute erkennen und nutzen müssen".
Rolf Königs, Geschäftsführer des Mönchengladbacher Autozulieferers
und Stoffherstellers Achterx0f&x0fEbels, sieht die Chance auf einen
Stimmungswechsel: "Wenn die neue Regierung die Probleme zügig
anpackt, wird die Stimmung sich schlagartig bessern. Schließlich hat
ja schon die bloße Ankündigung von Neuwahlen für ein messbares
Stimmungshoch gesorgt", schrieb der Präsident von Borussia
Mönchengladbach.
Walter Hellmich, Präsident vom MSV Duisburg und Chef der Bau- und
Immobiliengruppe Hellmich, fordert eine "ehrliche und zuverlässige
Politik". Hellmich: "Reden Sie nicht nur! Handeln Sie! Geben Sie
Gas!"
Heiner Kamps, Gründer der gleichnamigen Großbäckerei und
Miteigentümer der Nordsee-Kette: "Wirklich schlimm wäre aus meiner
Sicht die Beteiligung der Linkspartei an der Regierung. Am
zweitschlimmsten wäre eine große Koalition, denn dann wird es wieder
die Kompromisse auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner geben. Wir
brauchen klare Reformentscheidungen und wir brauchen vor allem eine
mutige und konsequente Umsetzung."
Der Chef des DGB in Nordrhein-Westfalen, Walter Haas: "Eine
schrankenlose Anpassung an vermeintliche Zwänge der Ökonomie kann und
darf nicht das Ziel der Politik sein. Wir erwarten von einer
zukünftigen Regierung, dass sie den Kündigungsschutz und die
Mitbestimmung bei betrieblichen und unternehmerischen Entscheidungen
erhält."
Originaltext: Rheinische Post
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Quelle: news aktuell