13.09.2005
Aktienmarkt: Ölpreis gibt den Takt vor
Mainz (ots) - Wie schon häufiger im bisherigen Jahresverlauf gibt
auch am aktuellen Rand der Ölpreis die Marschrichtung an den
internationalen Aktienmärkten vor. Die Produktionsausfälle im Golf
von Mexiko sorgten zunächst für deutliche Belastungen an den
Aktienmärkten, bevor der Rückgang von den kurzfristigen
Ölpreisspitzen zu neuen positiven Impulsen führte, die den DAX auf
ein neues Jahreshoch trieben. Damit widersprach der September bisher
eindrucksvoll seinem Ruf als saisonal schlechtester Börsenmonat.
Trotz des gegenwärtig freundlichen Börsenumfelds und
markttechnisch weiterhin positiver Signale verbleiben allerdings
Restrisiken, die das Aufwärtspotenzial kurzfristig limitieren. So
könnten im Falle anhaltend hoher Benzinpreise die damit verbundenen
negativen Implikationen noch stärker in den Fokus rücken. Auch die
Auswirkungen des Hurrikans „Katrina" auf das US-Verbrauchervertrauen
und die daran gekoppelte Konsumbereitschaft lassen sich noch nicht
abschließend beurteilen.
Deutschlandspezifische Unsicherheit resultiert nicht zuletzt aus
dem Ausgang der bevorstehenden Bundestagswahl. Sollte der Urnengang
nicht das von den Investoren mehrheitlich bevorzugte Szenario einer
schwarz/gelben Regierung hervorbringen, könnte dies zumindest
kurzfristig für Irritationen sorgen. Durch die notwendig gewordene
Wahlverschiebung in Dresden droht zudem zumindest theoretisch eine
wochenlange Hängepartie bis zur Verkündung des endgültigen
Wahlsiegers bzw. des zukünftigen politischen Kurses.
Von konjunktureller Seite boten die deutschen Daten zu
Industrieproduktion und Auftragseingängen zuletzt zwar Anlass zu
etwas mehr Zuversicht, doch die nach wie vor hohe Abhängigkeit vom
Export bei gleichzeitig feststellbaren ersten Bremsspuren der
weltweiten Konjunkturlokomotive USA mahnen zur Vorsicht und könnten
die Gewinnschätzungen 2006 ein Stück weit ambitionierter erscheinen
lassen.
Auf Basis der aktuellen Prognosen präsentiert sich der deutsche
Aktienmarkt allerdings anhaltend attraktiv bewertet. Im relativen
Vergleich mit konkurrierenden Börsenplätzen hat der DAX im Zuge
seiner Outperformance zwar etwas von seinem Bewertungsvorsprung
eingebüßt, nichtsdestotrotz ist dieser aber nach wie vor existent und
sollte auch auf Sicht eine relativ bessere Wertentwicklung
begünstigen.
Summa summarum zeichnet sich kurzfristig weder eine ungebremste
Fortsetzung der jüngsten Hausse noch eine ausgeprägte Katerstimmung
an den Aktienmärkten ab. Erst eine Untermauerung der Prognosen 2006
dürfte den Weg für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung ebnen.
Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
Digitale Pressemappe: http://presseportal.de/story.htx?firmaid=7018
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7018.rss2
Ihr Ansprechpartner bei der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz:
Bereich: Research
Dr. Stefan Steib
Tel.: 06131 / 13 3588
Fax: 06131 / 13 3143
E-Mail: stefan.steib@LRP.de
LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
Jürgen Pitzer
Pressesprecher
Große Bleiche 54-56
55098 Mainz
Amtsgericht Mainz HRA 3557
Tel.: (0 61 31) 13-28 16
Fax: (0 61 31) 13-25 60
Handy: (01 71) 36 98 345
E-Mail: presse@LRP.de
www.lrp.de
Um Übersendung eines Belegexemplars wird gebeten.
Quelle: news aktuell