10.09.2005
Der Tagesspiegel: Wirtschaftsweise hält drei Prozent Wachstum für möglich
Berlin (ots) - Berlin - Nach umfangreichen Reformen könnte die
deutsche Wirtschaft in Zukunft durchschnittlich um drei Prozent
wachsen. Das sagte die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro dem
"Tagesspiegel am Sonntag". "Es ist möglich, dass Deutschland zu den
Wachstumsraten anderer Länder aufschließt", erklärte die Mainzer
Professorin. Derzeit liegt das deutsche Wachstum etwa bei einem
Prozent. Zudem seien Arbeitslosenquoten von etwa vier Prozent wie in
der Schweiz auch hier zu Lande erreichbar - "allerdings nicht in den
nächsten zwei, drei Jahren", schränkte Weder die Mauro ihrem letzten
Interview vor der achtwöchigen Schweigepflicht der fünf
Wirtschafts-Sachverständigen ein. Allerdings müsse die neue
Bundesregierung dazu nach der Wahl umgehend ein weit reichendes
Reformprogramm beschließen. "Die Gesundheits- und die
Pflegeversicherung müssen reformiert werden, wir brauchen ein
effizienteres Steuersystem, ein höheres Eintrittsalter bei der Rente,
eine Sanierung der Staatsfinanzen und eine Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes", sagte die Ökonomin. Diese Reformen sollten nicht der
Reihe nach, sondern auf einmal angegangen werden. Die osteuropäischen
Länder hätten sich nach der Wende in viel kürzerer Zeit viel
grundsätzlicher umstellen müssen, "und das ging auch".
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Originaltext: Der Tagesspiegel
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Quelle: news aktuell