12.09.2005
Union Investment: Studie zum Anlegerverhalten im dritten Quartal 2005
Köln, den 12.09.2005 (Investmentfonds.de) - Deutsche Anleger setzen wieder auf eine
positive Entwicklung der Aktienmärkte.
Ganze 46 Prozent der Befragten (nach 29 Prozent im vorigen Quartal) vertrauen darauf,
dass die Aktienmärkte in den nächsten sechs Monaten leicht oder stark steigen werden.
Dies geht aus der Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im dritten Quartal
2005 hervor. Die Ergebnisse der Studie konstatieren einen deutlichen Stimmungsaufschwung
im Vergleich zum Vorquartal. Die Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird
wieder positiver gesehen. So legte die Aussage „wird sich verbessern“ um 5 Prozent
auf 20 Prozent zu. Davon zu profitieren glaubt jeder fünfte Befragte (21 Prozent) und
gab an, dass seine eigene finanzielle Situation sich verbessern wird. Besonders
ausgeprägt ist der Optimismus mit 26 Prozent bei den 29 und 30-Jährigen. Die Erwartung
in einen stabilen Euro sinkt erstmals in diesem Jahr leicht.
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa
quartalsweise eine Erhebung zum Anlageverhalten durchführen. Befragt werden 500
Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens
eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das dritte Quartal 2005 fand in
der Zeit vom 2. bis 9. August statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert
Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)
Aktienmärkte: positive Erwartungen überwiegen
Nach einem Einbruch im zweiten Quartal dieses Jahres hat die Einstellung gegenüber
den Aktienmärkten eine neue Jahresbestmarke erreicht. Mit 46 Prozent glaubte nahezu
jeder zweite Befragte an einen Aufwärtstrend der Börsen (leicht oder stark steigende
Aktienmärkte in den nächsten 6 Monaten) im Vergleich zu lediglich 29 Prozent im
zweiten Quartal. An eine Seitwärtsbewegung der Märkte glauben nur noch 28 Prozent im
Vergleich zu 36 Prozent des vorherigen Quartals. Die Pessimisten, die eine leicht
oder stark fallende Tendenz erwarten, mussten Einbußen von 8 Prozentpunkten von 26
auf 18 Prozent hinnehmen. In der Geschlechterverteilung sehen Männer mit 56 Prozent
deutlich positiver in die Zukunft als Frauen mit 34 Prozent. Überdurchschnittlich
hoch ist die positive Erwartung auch bei den 40-49-Jährigen, dort erwartet jeder
zweite einen Anstieg. Die größte Zuversicht auf eine positive Entwicklung der Aktien-
märkte herrscht jedoch unter Aktienbesitzern mit 71 Prozent. Dicht gefolgt von den
Fondsbesitzern (68 Prozent) liegen diese beiden Gruppen sehr deutlich über dem Durch-
schnitt der Gesamtbefragten von 46 Prozent.
Mehr Besitzer von Aktien(fonds) planen einen Kauf
Unter den Befragten, die aus ihrer Einschätzung der Aktienmärkte Konsequenzen ziehen
werden, planen Besitzer von Aktien(fonds) verstärkte Aktivitäten. 52 Prozent der
Aktien(fonds)besitzer äußern Kaufabsichten, etwas mehr als im vorigen Quartal mit 44
Prozent. Auch der Anteil der Verkaufswilligen ist um 11 Punkte auf 27 Prozent gestiegen.
Unter dem Strich zeigt die Studie, dass die Hoffnung auf einen Anzug der Aktienmärkte
auch den Handel mit Aktien und Fonds beleben könnte. Selbst bei Nichtbesitzern von
Aktien oder Fonds steigt der Anteil der Kaufwilligen von 25 auf 33 Prozent. Dement-
sprechend sinkt der Anteil der voraussichtlich Untätigen von 39 auf 17 Prozent.
Euro: Vertrauen in die Währung leicht gesunken
Immer mehr Haushalte rechnen mit einem leicht fallenden Euro. Im dritten Quartal 2005
gehen nur noch 46 Prozent der Befragten davon aus, dass der Euro stabil bleibt. Damit
fiel der Anteil von ehemals 49 Prozent im vorigen Quartal. Auf der anderen Seite
erwarten aber weniger Personen einen festeren Euro. Ihr Anteil fiel von 26 auf 23
Prozent. Die Zahl derjenigen, die glauben, dass der Euro fallen wird, stieg leicht
an von 23 auf 28 Prozent. Auswirkungen auf Anlageentscheidungen werden aus dieser
etwas schlechteren Einschätzung aber nicht abgeleitet. 90 Prozent planen auch in
diesem Quartal keine Umschichtung auf Basis der erwarteten Entwicklung des Eurokurses.
Dieser Wert hält sich recht konstant trotz wechselnder Erwartungen der Kursentwicklung.
Gesamtwirtschaftliche Lage: Konjunktur für Optimisten
Jeder Fünfte der befragten glaubt an einen Aufwärtstrend der wirtschaftlichen Lage.
Damit konnten die Optimisten einen Zuwachs von 15 auf 20 Prozent verzeichnen. Nahezu
konstant ist die Einschätzung „es ändert sich nichts“ mit 36 im Vergleich zu 35
Prozent. Nur die Pessimisten erlitten Einbussen von 7 Prozent auf aktuell 42 Prozent.
Persönliche Lage: Trendwende zeichnet sich ab - Pessimisten verlieren an Boden
Die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation hat sich verbessert. 21 Prozent
gehen von einer Verbesserung der eigenen finanziellen Situation aus. Über die Quartale
im Jahr 2005 haben sich diese Werte kontinuierlich positiv entwickelt. Nur noch 16
Prozent der Befragten befürchten (nach 18 Prozent im ersten und 17 Prozent im zweiten
Quartal), dass sich ihre persönlichen Finanzen verschlechtern werden. Relativ konstant
ist der Anteil der Befragten bei 61 Prozent, die der Meinung sind, dass ihre finan-
zielle Situation gleich bleiben wird.
Quelle: Investmentfonds.de