25.08.2005
HSBC setzt weiter auf Rohstoffe / Indien untergewicht
Köln, den 25.08.2005 (Investmentfonds.de) - Eine stark wachsende Bevölkerung
und der Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur sollte den hohen Rohstoff-
bedarf in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China fördern.
Daher gewichte der HSBC GIF BRIC Freestyle Fonds (WKN A0D85S) derzeit Russland
mit 31 Prozent als wichtigsten Markt im Portfolio. „Wer vom russischen Markt
profitieren will, kommt an Energieunternehmen wie Gazprom und Lukoil nicht
vorbei“, sagt Christian Deseglise, Head of Global Emerging Markets bei HSBC
Investments. Hingegen bewerten die HSBC-Analysten den indischen Markt als
kurzzeitig wenig attraktiv. Daher stelle Indien mit nur 18 Prozent den geringsten
Anteil an der Asset Allocation des Fonds.
„Spricht man derzeit von den BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China,
spricht man im selben Atemzug auch von Rohstoffen“, sagt Christian Deseglise,
Head of Global Emerging Markets bei HSBC Investments. „Deshalb setzen wir unser
Augenmerk gegenwärtig verstärkt auf diesen Sektor.“ Die BRIC-Länder hätten
Vorteile vom weltweiten Boom im Rohstoffbereich, da sie aufgrund ihrer viel-
fältigen natürlichen Ressourcen von den Preisentwicklungen am Markt profitierten
und ihre Handelsbeziehungen auch untereinander intensivierten.
Geringe Korrelation innerhalb der BRIC-Staaten
„Das BRIC-Konzept überzeugt durch die Tatsache, dass die vier Länder ganz
unterschiedliche Stärken haben und sich so wegen der geringen Korrelation im
Portfolio optimal ergänzen“, sagt Deseglise. „Während China und Indien bei-
spielsweise unter dem aktuell hohen Ölpreis leiden, profitieren Russland und
Brasilien durch ihre großen Rohölvorkommen“. Russland verfüge über 20 Prozent
der weltweiten Ölreserven und 35 Prozent der globalen Erdgasreserven. Brasilien
sei sowohl im Rohöl- als auch im Soft-Commodity-Bereich sehr gut aufgestellt.
Indien gelte als einer der größten Lieferanten von Eisenerz, dem wichtigsten
Grundstoff für die Stahlproduktion. So sei etwa die Hälfte des erwarteten
Gewinnwachstums in Indien auf die steigenden Rohstoffpreise zurückzuführen.
China als rohstoffarmes Land bemühe sich hingegen, ein Netzwerk aufzubauen,
um den steigenden Bedarf des Landes zu decken. So würden beispielsweise
chinesische Investitionen in die brasilianische Infrastruktur erhöht, um einen
besseren Zugang zu den Rohstoffen zu gewährleisten. Zu diesem Zweck engagiere
sich China auch in einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland.
Rohstoffbedarf der BRIC-Länder wächst rasant
Schon heute lebten 43 Prozent der Weltbevölkerung in den BRIC-Ländern. Die
demographische Entwicklung bringe einen enormen Rohstoffbedarf mit sich, so
die HSBC-Analysten. 2004 seien die BRIC-Staaten beispielsweise für die Hälfte
des Nachfrageanstiegs nach Öl verantwortlich gewesen. Vor allem der Aufbau
einer funktionierenden Infrastruktur werde dafür sorgen, dass der Bedarf auch
in Zukunft hoch bleiben wird. Die Entwicklung im Straßenverkehr sorge
ebenfalls für einen rasant steigenden Ölbedarf. Allein der chinesische
Automarkt könne sich in 20 Jahren an die Weltspitze schieben. Rund 15 Jahre
später sollte auch Indien die USA in diesem Bereich überrundet haben. Zudem
sei zu erwarten, dass sich die Anzahl der Autos auf Russlands Straßen in den
nächsten 10 Jahren verdoppeln werde.
Auf lange Sicht profitieren
Mit dem HSBC GIF BRIC Freestyle hätten deutsche Anleger seit April 2005 die
Möglichkeit, in die aufstrebenden BRIC-Länder zu investieren. Der Fonds mache
sich die aktuellen Entwicklungen der Rohstoffpreise zu Eigen und sei derzeit
zu 60 Prozent in Rohstoffe investiert. Die drei Top-Holdings seien der
russische Ölkonzern Lukoil, das russische Gasunternehmen Gazprom und das
Ölunternehmen Petroleo Brasiliero (Stand 29. Juli 05). „Anleger sollten sich
jedoch immer vor Augen halten, dass das BRIC-Konzept einen langfristigen
Anlagehorizont hat. Denn trotz der positiven Aussichten handelt es sich immer
noch um Emerging Markets“, so Deseglise. Langfristig sei der Experte für die
wirtschaftliche Entwicklung des Quartetts zuversichtlich. Es sei nicht zu
erwarten, dass sich das Wachstumstempo in China verlangsame. Russland solle
auch weiterhin einer der günstigsten Aktienmärkte weltweit bleiben. Die
politischen Differenzen in Brasilien würden sich bislang nicht auf die Märkte
auswirken. Im Gegenteil: In den letzten 20 Jahren habe Brasilien keine so
positive wirtschaftliche Entwicklung gesehen, so Deseglise. Indien verliere
kurzfristig gesehen an Attraktivität, da der Markt weniger günstig bewertet
sei als bisher. Deshalb sei die Gewichtung dieses Landes im Fonds reduziert
worden.
Quelle: Investmentfonds.de