24.08.2005
Activest: Europa / Schwaches Licht am Ende des Tunnels
Köln, den 24.08.2005 (Investmentfonds.de) - Noch ist die Konjunkturdynamik in
Euroland zwar schwach, aber es zeigen sich erste Silberstreifen am Horizont. Ein
solcher ist der ifo-Index für Juli, der sich nach monatelanger Talfahrt nun schon
den zweiten Monat in Folge unerwartet stark verbessern konnte. Verantwortlich
waren der schwächere Euro und speziell in Deutschland die Hoffnung auf positive
Auswirkungen der Neuwahlen.
Zudem hat sich die aufgehellte Stimmung in den USA auch auf Euroland übertragen.
Ob die freundlichen Signale allerdings dieses Mal auch die Binnenwirtschaft
ankurbeln, ist angesichts der weiterhin vorhandenen strukturellen Probleme ungewiss.
Besonders in Deutschland schauen die Konsumenten weiterhin pessimistisch in die
Zukunft, was der im Juli zum vierten Mal in Folge gesunkene GfK-Konsumklimaindex
belegt.
Auf Grund des weiter relativ schwachen Euro-Dollar-Wechselkurses und der verbesser-
ten Wirtschaftsindikatoren haben die Spekulationen um eine Zinssenkung durch die
EZB keine neue Nahrung erhalten. Trotzdem rechnen wir weiter damit, dass der nächste
Zinsschritt der EZB nach unten gehen wird.
Hoffnung auf Neuwahlen in Deutschland beflügeln Aktienmarkt weiter
Die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten war auch im Juli sehr positiv.
Unterstützung bekamen die Kurse dabei von einer freundlichen Wall Street und der
Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Deutschland, verbunden mit der
Annahme, dass eine konservative Regierung die notwendigen Reformen erfolgreicher
bewältigt.
Die fundamentale Bewertung der Aktienmärkte ist im aktuell noch immer niedrigen
Zinsumfeld weiter günstig. Zusammen mit der robusten Gewinnentwicklung besteht
deshalb gegenwärtig nur wenig Gegenwind für Aktien. Einzige Ausnahme ist der hohe
Ölpreis. Sollte dieser sinken, könnte das der Treibsatz für weiter steigende
Aktienkurse sein. Für besonders aussichtsreich halten wir insgesamt weiterhin
Telekommunikations- und Versicherungswerte.
Mittelfristig moderater Zinsanstieg
Die schwache Wachstumsdynamik in Euroland wirkt weiter grundsätzlich positiv auf
die Rentenmärkte und wird die Zinssenkungsphantasie für die EZB auf mittlere Sicht
aufrechterhalten. Angesichts der jüngsten Abschwächung des Euro zum Dollar und der
Erholung wichtiger Frühindikatoren aus dem Verarbeitenden Gewerbe wird sie sich
aber vorläufig zurückhalten.
Darüber hinaus dürften auch die Einhaltung der Fristenkongruenz bei Versicherern
und Pensionskassen sowie demographische Entwicklungen zu vermehrt struktureller
Nachfrage nach sicheren Anlagen mit längerer Zinsbindung führen. Insgesamt werden
diese Tatsachen aber mittelfristig auf Grund der kleinen zyklischen Verbesserung
nicht mehr zu einem derart freundlichen Rentenmarkt wie in der jüngsten Vergangenheit
führen - auch wenn die Haltung der EZB, die Zinsen vorerst nicht zu erhöhen bzw.
eher weiter zu senken, einem nachhaltigen Renditeanstieg entgegenstehen sollte.
Unsere daraus abgeleitete Positionierung ist demgemäß gegenwärtig in Euroland wie
in den USA gegenüber der Benchmark leicht untergewichtet.
Quelle: Investmentfonds.de