09.08.2005
Activest: Verstärkte Gewinnmitnahmen an den Märkten
Köln, den 09.08.2005 (Investmentfonds.de) - Der auf ein neues Rekordniveau
gestiegene Ölpreis, der sich zuspitzende Konflikt um das iranische Atomprogramm
und gemischt ausgefallene Unternehmensresultate gaben letztendlich die Anstöße
zu verstärkten Gewinnmitnahmen, welche die Konsolidierung einleiteten, stellen
die Experten von Activest im aktuellen Wochenbericht fest.
Der WTI-Ölfuture markierte am Mittwoch in Reaktion auf den Tod des saudi-
arabischen Königs Fahd und die Befürchtungen von Versorgungsengpässen wegen
eines Brandes in einer großen Ölraffinerie in Texas mit USD 62,30 ein neues
Allzeithoch. Als kurz danach die vom US-Energieministerium veröffentlichten
wöchentlichen Öl- und Gaslagerbestände höher als erwartet ausfielen, gab der
Ölpreis wieder auf unter USD 61 nach. In den folgenden Tagen bewegte er
sich jedoch erneut in Richtung auf die Marke USD 62.
Die in der letzten Woche veröffentlichten amerikanischen Konjunkturdaten konnten
insgesamt die Markterwartungen übertreffen und das bisherige Szenario einer
robusten Konjunkturentwicklung untermauern.
Nachdem bis zum Ende der letzten Woche 87% der im S&P 500-Index gelisteten Unter-
nehmen ihren Quartalsbericht veröffentlicht haben, geht die Berichtssaison in den
Endrunden. Auf aktueller Basis erwartet Standard & Poor's einen durchschnittlichen
Anstieg der amerikanischen Unternehmensgewinne im 2. Quartal von 12%; zu Beginn
der Berichtsperiode wurden lediglich etwas über 7% geschätzt.
Im Mittelpunkt des Börseninteresses dürfte in dieser Woche zweifelsohne die FOMC-
Sitzung am 9. August stehen. Nachdem die Fed zuletzt in ihrem "Beige Book" (Juli)
für die amerikanische Wirtschaft weiterhin einen robustem Wachstumskurs
konstatierte, sollte sich an dieser Grundaussage nichts wesentliches ändern.
Der Marktkonsens geht davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen um weitere
25 Basispunkte (auf 3,5%) anheben wird. Entscheidend für die Börsen sind die
Formulierungen im geldpolitischen Kommentar des Zinsentscheids, von welchem sich
die Finanzmärkte Aufschlüsse über den künftigen geldpolitischen Kurs der US-
Notenbank erwarten. Die Andeutung eines nahenden Endes des Zinserhöhungszyklus
würde die Börsen beflügeln.
Über den Anstieg des Ölpreises und die Verunsicherung durch den Iran-Konflikt
hinaus machte den europäischen Aktienmärkten die Abschwächung des US-Dollars
gegenüber dem Euro zu schaffen. Die Ankündigung der russischen Zentralbank, den
Anteil des Euro in ihrem Währungskorb zu erhöhen, löste eine Dollarschwäche aus,
welche den Euro über die Marke von USD 1,23 steigen ließ. Die in der letzten
Woche veröffentlichten europäischen Konjunkturdaten fielen insgesamt ermutigend
aus.
Quelle: Investmentfonds.de