19.07.2005
Aktienmarkt: Zunehmender Optimismus
Mainz (ots) -
Der Anfang Mai eingeleitete Aufwärtstrend an den internationalen
Aktienmärkten setzte sich in den vergangenen Wochen beschleunigt
fort. Während die US-Indizes allerdings trotz dieser freundlichen
Entwicklung bisher lediglich die zu Jahresbeginn generierten Verluste
kompensieren konnten, verzeichnete das deutsche Börsenbarometer DAX
bereits zweistellige Zuwachsraten seit Jahresbeginn. Noch
beeindruckender fällt die Bilanz der im MDAX notierten mittelgroßen
deutschen Aktien aus, die nicht zuletzt dank anhaltender Fusions- und
Übernahmephantasie bereits mehr als 20 Prozent zulegten.
Auffällig ist die Robustheit der Aktienmärkte gegenüber negativen
Nachrichten. Der zwischenzeitlich auf neue Rekordstände angezogene
Ölpreis wurde weitgehend ignoriert und selbst die Anschläge von
London brachten die Aktienmärkte nicht aus dem Gleichgewicht. Im
Gegenteil: Nach kurzzeitigen massiven Kursrückgängen nutzte eine
Vielzahl von Investoren bereits am gleichen Tag die Chance
einzusteigen.
Parallel zu den steigenden Notierungen stieg zuletzt auch der
Optimismus hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Die Anzahl der
positiv gestimmten Marktteilnehmer erreichte in der regelmäßigen
Umfrage der deutschen Börse zuletzt mit 63 Prozent ein neues
Jahreshoch, was unter kurzfristigen Gesichtspunkten eher zur Vorsicht
mahnt.
Allerdings rechtfertigen die jüngsten Fundamentaldaten durchaus
eine etwas größere Zuversicht. So zeigten beispielsweise die
Frühindikatoren wie der amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindex oder
der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex nach mehrmonatiger
Konsolidierung zuletzt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Noch ist
allerdings unklar, ob sich hieraus bereits jetzt eine nachhaltige
Trendwende entwickelt.
Auch auf Unternehmensseite überwogen zuletzt die positiven
Nachrichten. Die US-Berichtssaison zum 2. Quartal lief zumindest in
subjektiver Wahrnehmung besser an als im Vorfeld befürchtet. So
konnten bisher die großen Werte mit Signalcharakter in der Mehrzahl
überzeugende Zahlen vorlegen (Alcoa, Apple, AMD). Allerdings
verbleiben einige Restrisiken mit Blick auf den weiteren Verlauf. Das
Verhältnis von negativen zu positiven Vorankündigungen bewegt sich
auf anhaltend hohem Niveau. Im Rahmen der Berichterstattung sind
weitere negative Überraschungen nicht auszuschließen, die auch auf
dem deutschen Kurszettel Irritationen auslösen könnten.
Die Ende Juli startende deutsche Berichtssaison verspricht
demgegenüber per saldo weitere positive Impulse. Im direkten
Vergleich mit den USA sollten die heimischen Quartalsberichte eine
deutlich höhere Gewinndynamik aufweisen. Auch perspektivisch bietet
sich hierzulande - nicht zuletzt unterstützt durch die
Euro-Schwächetendenz - das höhere Gewinnsteigerungspotenzial. Gepaart
mit der Aussicht auf einen Regierungswechsel im Herbst könnte dies
nach einer langen Phase der Vernachlässigung die eingeleitete
stärkere Präferenz für deutsche Aktien in internationalen Portfolios
in den kommenden Monaten weiter erhöhen.
Originaltext: LRP Landesbank Rheinland-Pfalz
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Quelle: news aktuell