14.07.2005
KfW-Studie: Deutsche Banken - volkswirtschaftlich hoch produktiv
Frankfurt (ots) - Gemessen an betriebswirtschaftlichenErfolgskennziffern wie Zinsspanne, Aufwand-Ertrags-Relation oderEigenkapitalrentabilität müssen sich deutsche Banken und Sparkassenim internationalen Vergleich seit Jahren mit hinteren Plätzenbegnügen. Eine neue Studie der KfW belegt jedoch, dass das deutscheKreditgewerbe volkswirtschaftlich betrachtet hoch produktiv ist:Hinsichtlich des Zuwachses der Arbeitsproduktivität schlagen dieBanken und Sparkassen die Mehrzahl der anderen deutschenWirtschaftszweige und liegen im internationalen Vergleich desKreditgewerbes nach Japan auf Rang zwei. Die Studie mit dem Titel "Das deutsche Kreditgewerbe iminternationalen Vergleich" stellt die volkswirtschaftlicheProduktivitätsentwicklung der deutschen Kreditwirtschaft derjenigenvon sechs europäischen Ländern, den USA, Japan sowie den EU-15 (ohneDeutschland) für die Jahre 1991 bis 2002 an Hand von Zahlen dernationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen gegenüber underbrachte die folgenden zentralen Ergebnisse: - Gemessen an den beanspruchten makroökonomischen Ressourcen istDeutschland nicht "overbanked". Wie in allen anderen großenVolkswirtschaften arbeiten rund 2 % der Erwerbstätigen im deutschenKreditgewerbe (USA 2,1 %, Japan 2,0 %, Großbritannien 2,4 %). - Beim jährlichen Wachstum der Arbeitsproduktivität(Erwerbstätigenproduktivität) liegt das deutsche Kreditgewerbe mit4,1 % deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft (alleBranchen: +1,7 %; nur Dienstleister: +1,1 %). - Im internationalen Vergleich ist nur das jährlicheProduktivitätsplus des japanischen Kreditgewerbes geringfügig höher,während die deutschen Banken und Sparkassen nicht nur dieKreditinstitute in allen übrigen "alten" europäischenVolkswirtschaften, sondern auch in den USA deutlich hinter sichlassen. (Deutschland: Erwerbstätigenproduktivität +4,1 %; USA: +2,7%; Japan: +5,2 %; Großbritannien: 3,9 %; Frankreich: -0,9 %; Italien:2,6 %). - In Deutschland profitieren vor allem die Bankkunden von denProduktivitätsgewinnen des Kreditgewerbes - und zwar in Form vonPreisrückgängen für Bankdienstleistungen. Dieser Preisverfall istderart ausgeprägt, dass die für die Eigenkapitalrendite der Bankenund Sparkassen wesentliche nominale Bruttowertschöpfung stagniert.Eine so ausgeprägte Weitergabe des Produktivitätsfortschritts an dieKunden kann in keinem anderen der untersuchten Länder festgestelltwerden. Die KfW-Studie zeigt im Ergebnis, dass die deutschenKreditinstitute im globalen Maßstab volkswirtschaftlich hocheffizient sind - trotz der "starren" Dreisäulenstruktur. Einintensiver Preiswettbewerb treibt die Banken und Sparkassen permanentzu Innovationen und Rationalisierungsanstrengungen an, dieüberdurchschnittlich stark den Kunden zugute kommen. Die deutschenKreditinstitute kommen insofern ihrer volkswirtschaftlichen Aufgabenach und müssen diesbezüglich keinen internationalen Vergleichscheuen. Eine weitergehende Konsolidierung im Bankensektor könnte sich aber(trotz des positiven Produktivitätsbefundes) dann als vorteilhafterweisen, wenn die hierbei anfallenden höherenbetriebswirtschaftlichen Renditen zu zusätzlichen Investitionen undInnovationen führen. Die Skalen- und Verbundvorteile könnten außerdemdazu führen, dass die Kosten und Preise für Bankdienstleistungentrotz eines dann verminderten Wettbewerbsdrucks sogar unter dasheutige Niveau sinken. Die Studie "Das deutsche Kreditgewerbe im internationalenVergleich" kann unter www.kfw.de im Bereich "Research / MakroScope"abgerufen werden. Originaltext: KfW
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Quelle: news aktuell