21.06.2005
DWS Monatsbericht: Europa - Zuwachs auf breiter Front
Köln, den 21.06.2005 (Investmentfonds.de) - Im Mai haben seit langem wieder einmal
alle Sektoren des breiten Dow Jones STOXX 600-Index zugelegt, berichten die Analysten
der DWS in Ihrer aktuellen Markteinschätzung. Der Index notierte zum Monatsende um
4,4 Prozent fester. Ein positiver Mix aus wieder etwas besseren Konjunkturdaten,
erstarktem US-Dollar, niedrigeren Ölnotierungen und positiven Unternehmensmeldungen
hob die Stimmung der Investoren.
Monatsgewinner auf Sektorebene waren Technologiewerte. Rückenwind kam von Übernahme-
gerüchten bei einzelnen Aktien, und auch die Einschätzung bzw. Überzeugung, dass die
Bewertungen derzeit günstig sind, trieb die Kurse. Automobilaktien, zweitbeste
Branche im Mai, profitierten entsprechend dem klassischen Muster von der Dollar-
Aufwertung. Selbst Medien als schwächster Sektor konnten mit einem Plus von 2,4
Prozent respektabel zulegen.
Viele der besten Einzelwerte des Monats profitierten von Übernahmen. So geschehen
bei dem britischen Internet-Reiseanbieter lastminute.com, der niederländischen
Container-Schifffahrtslinie Royal P&O Nedlloyd, dem Finanzdienstleister Skandia
sowie dem Maschinenbauer Metso, beide aus Skandinavien. Negativ fielen im Mai nur
wenige Werte auf, darunter der Schweizer Versicherer Converium, der britische
Wettanbieter William Hill sowie der britische Öl- und Gasförderer Regal Petroleum.
In allen Fällen lagen schlechte Unternehmensmeldungen vor.
Auf der makroökonomischen Seite richtete sich das Hauptaugenmerk der Anleger aus
das klare „Non“ der Franzosen und das noch deutlichere „Nee“ der Niederländer bei
den Referenden zur EU-Verfassung. Die Ablehnung schickte den Euro auf Talfahrt und
im Gegenzug den US-Dollar auf neue Höchststände. Für eine handfeste Überraschung
sorgte auch die Ankündigung von Neuwahlen zum Deutschen Bundestag im September
dieses Jahres. Davon profitierten vor allem die deutschen Stromkonzerne Eon und
RWE, da nach einem Regierungswechsel mit einer verlängerten Nutzung der Kern-
energie gerechnet wird. Die europäischen Konjunkturdaten fielen insgesamt gesehen
gemischt aus.
Auf Grundlage der Makrodaten bleibt das Risikoprofil europäischer Aktien schwierig.
Jedoch fehlt es an Anlagealternativen, und die Dividendenpapiere sind bei einem
Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 für dieses Jahr laut Analysten-Einschätzung nicht
teuer bewertet. Das weitere Geschehen an den Aktienbörsen wird in starkem Maße von
den Makrodaten beeinflusst bleiben, so das Fazit der Experten.
Quelle: Investmentfonds.de