21.06.2005
ADIG: Kurzfristige Konsolidierungen denkbar
Köln, den 21.06.2005 (Investmentfonds.de) - In der letzten Woche stellten die guten
Konjunkturdaten den gestiegenen Ölpreis in den Schatten und bescherten den Aktien-
märkten weitere Kurszuwächse. Hierfür ist aber auch die bereits mehrere Wochen
andauernde Kursstärke verantwortlich, an der nicht alle Anleger im vollen Umfang
partizipieren, da sie in Erwartung eines abkühlenden Marktes ihre Aktienquoten re-
duziert hatten. Allein der Ölpreis scheint der positiven Anlegerstimmung im Wege
stehen zu können, denn gerade für europäische Unternehmen sorgt der schwache Euro
für eine doppelte Kostenbelastung. "Andererseits üben die Unternehmen immer noch
Kostendisziplin, weswegen die hohen Rohstoffkosten bislang aufgefangen werden
konnten", sagt COMINVEST-Fondsmanager Klaus Breil. Er hält es für wahrscheinlich,
"dass wir bei dem unverändert konstruktiven konjunkturellen, insbesondere dem
preislichen Umfeld, mit weiteren Kurssteigerungen rechnen können."
Die USA befinden sich aktuell in der heißen Gewinnwarnungsphase für die Gewinne des
2. Quartals. Die Erwartungen sind nach wie vor auf niedrigem Niveau, ein Ausbleiben
größerer Warnungen könnte somit für weitere Kaufeuphorie sorgen, und dies bereits
im Vorfeld der Gewinnberichte ab der 2. Juliwoche. Im selben Zuge dürften dann die
marktbreiten Indizes wie z.B. der S&P 500 neue Jahreshochs über 1.220 markieren
können.
In Europa sieht die technische Verfassung wesentlich günstiger aus, nachdem von Woche
zu Woche bereits neue Jahreshochs erzielt werden. Wurde zu Jahresbeginn von den Prog-
nostikern im Durchschnitt ein Anstieg des DAX bis zum Jahresende auf 4.560 veran-
schlagt, so hat der Markt dieses Niveau bereits leicht überschritten. In den nächsten
Tagen muss sich zeigen, inwiefern die Prognosen nach oben angepasst werden bzw. bei
Beibehaltung der Prognosen konsequenterweise Gewinne mitgenommen werden. Insofern ist
in den nächsten Tagen für Spannung gesorgt. Auch wenn der Ölpreis weiter ansteigen
sollte, scheint die positive Grundstimmung derzeit noch nicht in Gefahr. "Auf längere
Sicht sind jedoch kurzfristige Konsolidierungen denkbar, die für eine leichte
Abkühlung der bereits überkauften Situation sorgen", sagt COMINVEST-Experte Klaus
Breil.
Nach dem deutlichen Renditeanstieg am Rentenmarkt, der zu einem großen Teil auf das
Herauslaufen von Zinssenkungserwartungen zurückzuführen war, ist in dieser Woche
aufgrund der geringen Bedeutung der zur Veröffentlichung anstehenden Daten nur mit
schwachen Bewegungen zu rechnen.
Aus den USA werden die Auftragseingänge für Gebrauchsgüter (Durable Goods Orders) und
die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Bei den Auftragseingängen besteht
ein leichtes Risiko, dass die Daten unter Konsens liegen.
In Euroland stehen der ZEW- und der Belgische Zentralbankindikator zur Veröffentlichung
an. Während der ZEW-Indikator aufgrund der Erwartung von Neuwahlen in Deutschland
steigen sollte, gehen wir beim Belgischen Zentralbank-Indikator, einem der besten
Indikatoren für die Entwicklung in der gesamten Euro-Zone, von wenig Bewegung aus. Da
von Datenseite also kaum Einflüsse ausgehen sollten, erwarten wir eine Seitwärts-
Bewegung um die 122,00 im Bund-Future.
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Quelle: Investmentfonds.de