01.06.2005
Activest: Rückenwind für europäische Aktienmärkte
Köln, den 01.06.2005 (Investmentfonds.de) - Die am letzten Dienstag
(nachbörslich) veröffentlichten Protokollnotizen der Sitzung des Offen-
marktausschusses (FOMC) der US-Notenbank vom 3. Mai enthielten keine
wesentlichen Überraschungen. Die Fed stellte zwar kurzfristig einen er-
kennbaren Anstieg des Preisdrucks fest, sah jedoch die längerfristige
Inflationsentwicklung unter Kontrolle. Die bislang avisierten Leitzins-
anhebungen sollen in einem "maßvollen" Tempo fortgesetzt werden. Damit
wurde das zuletzt vom Markt gespielte Szenario der als geringer einzu-
schätzenden Gefahren des Inflationsauftriebs und der Verschärfung des
geldpolitischen Kurses der Fed bestätigt.
Nahezu parallel hierzu zeichneten die jüngsten veröffentlichten US-
Konjunkturindikatoren ein relativ robustes Bild der Entwicklung der
amerikanischen Wirtschaft, nachdem in den Wochen zuvor Zweifel aufkamen.
Die erste Revision der Schätzungen der Zahlen für das amerikanische
Bruttoinlandsprodukt des 1. Quartals führten zu einer Heraufsetzung der
realen (annualisierten) Wachstumsrate von +3,1% auf 3,5%, bedingt durch
einen verbesserten Außenbeitrag und eine höhere Konsumnachfrage. Der
Deflator des BIP war zudem unverändert bei +3,2% und blieb unter dem
Marktkonsens von +3,3%.
Nachdem der Ölpreis in der Vorwoche deutlich unter Druck kam, konnte er
sich auf Grund von niedriger als erwartet ausgewiesenen wöchentlichen Öl-
und Gaslagerbeständen in den USA wieder über die Marke von USD 50 erholen.
Hingegen zeigte der US-Dollar gegenüber dem Euro im Wochenverlauf eine
festere Tendenz. Im Vorfeld des Referendums über die EU-Verfassung in
Frankreich (am 29. Mai) unterschritt der Euro die Marke von USD 1,2550.
Kursstützend für den Dollar wirkten auch die Äußerungen von US-Finanzminister
John Snow, dass das amerikanische Handelsbilanzdefizit längerfristig wieder
sinken werde.
Mit der vorläufigen Entwarnung bei den Inflationsbefürchtungen verschiebt sich
der Marktfokus wieder in Richtung der Beurteilung der Nachhaltigkeit des aktuellen
US-Wirtschaftswachstums. Im Mittelpunkt des Börseninteresses steht zweifelsohne
wieder der monatliche Arbeitsmarktbericht (für Mai), aber auch der Chicago-
Einkaufsmanagerindex, die ISM-Indizes und der Auftragseingang der Industrie
sollten das verstärkte Augenmerk auf sich ziehen.
Die europäischen Aktienmärkte erhielten in der letzten Woche Rückenwind sowohl
von den nachlassenden Inflations- und Zinsbefürchtungen als auch vom fester
gegenüber dem Euro tendierenden US-Dollar und konnten gleichfalls ihre Kursge-
winne ausbauen. Hingegen verfehlten die meisten der in der letzten Woche ver-
öffentlichen europäischen Konjunkturindikatoren die Markterwartungen.
Quelle: Investmentfonds.de