30.05.2005
Positive Wachstumsaussichten für die Banken
Köln, den 30.05.2005 (Investmentfonds.de) - Die Bankaktien haben im laufenden Jahr
erneut Terrain gewonnen. Dies nach bereits markanten Gewinnen in den Vorjahren 2003
und 2004. Wichtige Branchentrends signalisieren auch weiterhin gute Wachstumsaus-
sichten. Wenn sich das Konjunkturbild nicht verschlechtert, wird sich der positive
Ergebnistrend fortsetzen. Für Anlagen erscheinen aufgrund spezieller Umstände einige
bedeutende Banken als "Top-Picks" besonders interessant.
Spekulationen um Hedge Funds, Fusionsgerüchte sowie Rekordergebnisse brachten den
Banken im ersten Quartal 2005 eine hohe Beachtung durch die Medien. Neben kurz-
fristigen Tagesaktualitäten sind es jedoch die längerfristig wirksamen Bestimmungs-
faktoren, die den zukünftigen Erfolg der Bankenbranche bestimmen. Und diese weisen
auf anhaltend positive Aussichten hin. Der weltweite Zuwachs an Vermögen, die Li-
beralisierungs- und Deregulierungstendenzen, die Restrukturierung von Unternehmen
sowie die wachsenden Ansprüche der Vorsorge gehören zu den Ursachen einer stets
größeren Bedeutung der Finanzindustrie.
Einige Banken sind heute überkapitalisiert. Beachtliche Cashflows machen es für das
Management schwierig, sich zusätzliches längerfristiges Potenzial zu erschliessen.
Akquisitionen für weiteres externes Wachstum, Kapitalausschüttungen durch Aktienrück-
käufe oder Investitionen zur Erzielung organischen Wachstums, beispielsweise in auf-
strebenden Märkten, können in solchen Fällen überschüssiges Kapital erfolgswirksam
binden.
Die Einführung neuer Eigenmittelvorschriften im Zuge von Basel II und IFRS (Interna-
tional Financial Reporting Standards) hat vor allem bei kleineren Banken zu höheren
Kosten geführt. Damit ist auch die kritische Betriebsgröße gewachsen. Die Struktur
einer diversifizierten Universalbank, verbunden mit einer stattlichen Unternehmungs-
größe, erweist sich unter den neuen Bedingungen nun als Vorteil. Es ist daher länger-
fristig mit einer weiteren Konsolidierung in der Bankenbranche zu rechnen.
Die Ergebnisse des Bankensektors sind sehr stark von der konjunkturellen Situation
und von der Verfassung des Aktienmarkts abhängig. Eine Verschlechterung des wirtschaft-
lichen Umfeldes sowie eine ungünstige Entwicklung am Aktienmarkt bilden daher die
Hauptrisikofaktoren für die Bankbranche. Beide Entwicklungen treten nicht getrennt
voneinander auf, muss ein Ende des konjunkturellen Aufschwungs befürchtet werden,
geraten die Aktienmärkte unter Druck. Die Banken werden dabei in doppelter Hinsicht
negativ beeinflusst, die Erträge sinken und es werden höhere Rückstellungen für
Kreditrisiken nötig. Die heute noch intakte Erfolgssituation der europäischen
Banken könnte sich bei einer Belastung des konjunkturellen Klimas abrupt verschlech-
tern. Dies mit negativen Auswirkungen auf die Kurse der Bankaktien. Wenn sich das
Konjunkturbild im Jahr 2005 allerdings nicht gravierend verändert, wird sich der
positive Ergebnistrend der europäischen Banken im laufenden Jahr fortsetzen, wenn
auch etwas moderater. Seit Anfang 2005 fallen gemäß IFRS zudem Abschreibungen auf
Goodwill weg, was rein "technisch" zu einer Ergebnisverbesserung beitragen wird.
Für Anlagen in Bankaktien richtet die Bank Hofmann das Augenmerk vorab auf besonders
gelagerte Fälle. Zunächst sind jene Banken interessant, die ein stark profitables
Wachstum zeigen. Dazu sind UBS und BNP Paribas zu zählen. Sodann gibt es Banken mit
hohem Restrukturierungs- und Kosteneinsparungspotenzial. Dies gilt für die Deutsche
Bank und den Credit Agricole. Schließlich sind Banken mit defensivem Profil und hoher
Dividendenrendite besonders interessant. Dazu gehören Fortis und die VP Bank. Alle
genannten Bankenwerte gelten für die Bank Hofmann als "Top-Picks".
Quelle: Investmentfonds.de