27.05.2005
Ifo-Geschäftslima: Dämpfer für Konjunkturhoffnungen
Köln, den 27.05.2005 (Investmentfonds.de) - Der vom Ifo-Institut für Wirt-
schaftsforschung ermittelte Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft
ist im Mai zum vierten Mal in Folge gesunken und liegt nun auf dem niedrigsten
Stand seit August 2003. Der Rückgang ist ausschließlich auf eine merkliche
Eintrübung der Geschäftserwartungen zurückzuführen. Die Beurteilung der
aktuellen Geschäftslage hat sich hingegen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund
des kräftigen Exportschubs im ersten Quartal dieses Jahres –leicht verbessert.
Mit dem neuerlichen Rückgang der Geschäftserwartungen trüben sich auch die
Konjunkturperspektiven für die Sommermonate ein. Ursache für den skeptischeren
Ausblick der deutschen Unternehmen dürfte in erster Linie die Furcht vor einer
merklichen Abkühlung der Weltwirtschaft sein. Da sich die Binnennachfrage in
Deutschland immer noch nicht hinreichend stabilisiert hat, würde mit einer Ver-
langsamung des globalen Wirtschaftswachstums der bislang einzige Antrieb für
die deutsche Konjunktur an Kraft verlieren. Aber auch die äußerst diffuse Debatte
um die Höhe von Unternehmensgewinnen und die Grundzüge der deutschen Wirtschafts-
ordnung dürfte auf die Stimmung der Unternehmen gedrückt haben, denn sie hat
ernsthafte Zweifel an der Fortführung des unverzichtbaren Reformkurses geweckt.
Trotz der sichtlich nachgebenden Stimmungsindikatoren – auch die gestern vom
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhobenen Konjunkturerwartungen
haben sich eingetrübt – ist aus heutiger Sicht kein Abgleiten der deutschen
Konjunktur in eine Rezession zu befürchten. Zum einen bestehen gute Chancen,
dass sich die Weltwirtschaft dank der äußerst dynamischen Entwicklung im asia-
tischen Wirtschaftsraum und des sich fortsetzenden Beschäftigungsaufbaus in den
USA auf einem recht robusten Niveau einpendelt. Zum anderen könnte sich die
deutsche Binnennachfrage mit dem allmählichen Abklingen des durch statische Um-
stellungen zum Jahresbeginn verursachten „Arbeitsmarktschocks“ sowie einer
möglichen Beruhigung der Ölpreisentwicklung stabilisieren. Für das Gesamtjahr
2005 ist in Deutschland daher weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von rund
1 % zu rechnen.
Quelle: Investmentfonds.de