19.05.2005
Anstieg der Erwerbstätigkeit im ersten Quartal 2005 um 0,5%
Wiesbaden (ots) - Nach ersten vorläufigen Berechnungen des
Statistischen Bundesamtes hatten im Durchschnitt des ersten Quartals
2005 rund 38,6 Mill. Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland
(Inlandskonzept). Damit hat sich die Gesamtzahl der Erwerbstätigen
im Vorjahresvergleich um 203 000 Personen erhöht (+ 0,5%), nach
einer Steigerung von 223 000 Personen (+ 0,6%) im vierten Quartal
2004.
Der Beschäftigungszuwachs hat sich somit zum Jahresbeginn leicht
abgeschwächt. Gründe hierfür dürften die teilweise ungünstigen
Witterungsverhältnisse sein, insbesondere im Februar und Anfang
März.
Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der
jahreszeitlich bedingten Schwankungen, war der Beschäftigungsanstieg
zum Vorquartal im ersten Quartal 2005 nahezu identisch mit dem
Anstieg im vierten Quartal 2004. Zum Vorquartal ergab sich jeweils
ein Plus von 0,1%.
Die Zunahme der Erwerbstätigkeit wurde vor allem durch eine
Ausweitung selbstständiger Tätigkeiten insbesondere in der Form
von Ich-AGs getragen.
So stieg die Anzahl der Selbstständigen (einschließlich der
mithelfenden Familienangehörigen) im ersten Quartal 2005 gegenüber
dem entsprechenden Vorjahresquartal um 201 000 Personen (+ 4,9%) auf
4,3 Mill. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Arbeitnehmer im
Vorjahresvergleich nur leicht (+ 2 000 Personen, + 0,0%), nach einem
Plus von 26 000 Personen (+ 0,1%) im vierten Quartal 2004. Die
Entwicklung der Arbeitnehmerzahlen wurde weiterhin durch die
anhaltende Inanspruchnahme arbeitsmarktpolitischer Instrumente, wie
den Minijobs und den so genannten Zusatzjobs, begünstigt.
Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet, trugen die Dienstleistungen
und die Land- und Forstwirtschaft zum Anstieg der Erwerbstätigkeit
wesentlich bei. Die Beschäftigungsgewinne in den
Dienstleistungsbereichen fielen mit 1,3% allerdings im ersten
Quartal 2005 gegenüber Vorjahr etwas geringer aus als im vierten
Quartal 2004 (+ 1,4%). Beschäftigungsverluste im Vorjahresvergleich
waren dagegen im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe 1,2%,
nach ebenfalls 1,2% im vierten Quartal 2004) und nicht zuletzt
aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse in der
Bauwirtschaft ( 3,8%, nach 3,3%) zu beobachten.
Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im
ersten Quartal 2005 die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je
Erwerbstätigen um 1,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum vermindert.
Ursache hierfür ist vor allem, dass im ersten Quartal 2005 zwei
Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Vorjahresquartal.
Auch die weitere Zunahme der Teilzeitbeschäftigung und eine
erstmalige Erhöhung des Krankenstandes seit dem Jahr 2001 trugen zu
dem Rückgang bei. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen als
Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen
verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,3% auf 14,0
Mrd. Stunden, nach einem Anstieg um 1,5% im vierten Quartal 2004.
Die Erwerbstätigenzahlen für das erste Quartal 2005 wurden auf
der Grundlage der revidierten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
ermittelt. Für die Jahre und Quartale bis 2004 bleiben die zuletzt
am 28. April 2005 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten
revidierten Erwerbstätigenzahlen unverändert.
Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zur
Erwerbstätigkeit nach Quartalen und Jahren können im Internet-
Angebot des Statistischen Bundesamtes direkt unter
http://www.destatis.de/indicators/d/vgr010ad.htm und
http://www.destatis.de/basis/d/vgr/vgrtab10.htm abgerufen werden.
Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland
sowie geleistete Arbeitsstunden 1)
Geleistete
Land- Produ- Arbeits-
Er- und zie- Dienst- stunden 3)
Jahr, werbs- Forst- rendes Bau- leis- je der
Viertel- tätige wirt- Gewerbe ge- tungs- Er- Er-
jahr 2) insge- schaft, ohne werbe berei- werbs- werbs-
samt Fische- Bau- che 2) täti- täti-
rei gewerbe gen gen
Personen in 1 000 Stunden Mill.
Stunden
2001 39 316 925 8 544 2 598 27 249 1 454 57 154
2002 39 096 905 8 355 2 439 27 397 1 441 56 341
2003 38 722 881 8 139 2 322 27 380 1 439 55 713
2004 38 860 886 8 018 2 250 27 706 1 445 56 153
2003 4.Vj 39 039 880 8 137 2 358 27 664 363 14 171
2004 1.Vj 38 376 815 8 009 2 165 27 387 370 14 188
2.Vj 38 827 901 8 005 2 256 27 665 341 13 244
3.Vj 38 978 926 8 016 2 296 27 740 368 14 332
4.Vj 39 262 903 8 040 2 280 28 039 366 14 386
2005 1.Vj 38 579 844 7 910 2 082 27 743 363 14 008
Veränderung gegenüber dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum in %
2001 0,4 - 1,2 0,1 - 6,2 1,3 - 1,0 - 0,5
2002 - 0,6 - 2,2 - 2,2 - 6,1 0,5 - 0,9 - 1,4
2003 - 1,0 - 2,7 - 2,6 - 4,8 - 0,1 0,1 - 1,1
2004 0,4 0,6 1,5 3,1 1,2 0,4 0,8
2003 4.Vj - 0,5 - 2,0 - 2,1 - 3,6 0,4 0,0 0,4
2004 1.Vj - 0,0 - 1,5 - 1,9 - 3,2 0,9 0,5 0,5
2.Vj 0,4 - 0,1 - 1,5 - 2,8 1,3 0,0 0,6
3.Vj 0,5 1,1 - 1,3 - 3,2 1,3 0,0 0,5
4.Vj 0,6 2,6 1,2 - 3,3 1,4 0,8 1,5
2005 1.Vj 0,5 3,6 1,2 3,8 1,3 1,9 1,3
1) Für Erwerbstätige: Jahres- bzw. Quartalsdurchschnitte.
2) Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung und
Unternehmensdienstleister, öffentliche und private Dienstleister.
3) Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der
Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg.
Weitere Auskünfte gibt:
Christoph-Martin Mai,
Telefon: (0611) 75-3378,
E-Mail: vgr-erwerbstaetige@destatis.de
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