18.05.2005
Deutsche BlueChips und russische Rohstoffwerte im Blickpunkt
Berlin (ots) - Die deutschen Märkte entwickelten sich heute
erstmals in dieser Woche wieder positiv, was vor allem auf die guten
Vorgaben aus den USA zurückzuführen war.
Die Zukunft der Handy-Sparte von Siemens (WKN 723 610) ist weiter
ungewiss. Gerüchte um ein Interesse von Samsung an der defizitären
Siemens-Sparte waren gestern von Samsung dementiert worden. Auch
Motorola ließ verlauten, kein Interesse zu haben. Die Analysten von
Merck Finck & Co stuften die Aktie gestern weiterhin mit Buy ein.
In der Ratingbegründung wurde auch über ein mögliches Interesse von
Siemens am Erwerb eines Minderheitenanteils an der russischen Power
Machines berichtet. Laut einer russischen Zeitung biete Siemens
Investitionen und Technologietransfer im Austausch für den
Minderheitenanteil an. Andere Quellen hingegen berichteten, dass auch
der russische Tycoon O. Deripaska Power Machines kaufen wolle. Ein
offizielle Stellungnahme von Siemens zu den Gerüchten liegt nicht
vor. In Berlin notierten die Aktien heute im Plus. Nach gestern 56,80
Euro konnte heute bis zum Mittag das Tageshoch von 57,61 Euro
gehalten werden.
Nach dem Studienrückschlag beim Krebsmittel PTK/ZK und einem
Kurseinbruch von Schering (WKN 717 200) von rd. 15 Prozent schien es
heute mit der Aktie wieder nach oben zu gehen. In Berlin notierten
die Anteilsscheine heute bei 50,40 Euro nach gestern 49,97 Euro. Im
offenen Orderbuch lagen überwiegend Verkauforders, die Verkäufer
scheinen dabei auf weiter steigende Kurse zu setzen. Schering selbst
gab sich heute optimistisch. In der Börsen-Zeitung sagte
Vorstandschef Erlen, Schering glaube weiterhin an den Erfolg des
Produkts. PTK/ZK soll in Kombination mit üblichen
Chemotherapiemitteln gegen Darmkrebs eingesetzt werden und so das
Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung mindern.
Im Blickpunkt standen heute in Berlin auch die russischen Öl- und
Gaskonzerne, allen voran die ADRs von Gazprom (WKN 903 276).
Medienberichten zufolge hat die russische Regierung die geplante
Fusion zwischen Gazprom und Rosneft abgesagt und will statt dessen
Gazprom-Anteile in bar kaufen. Die Regierung besitzt bereits 38
Prozent, will diesen Anteil aber auf 51 Prozent aufstocken.
Offensichtlich soll auch die Liberalisierung des Handels mit Gazprom-
Aktien vorangetrieben werden. Putin soll die Öffnung Gazproms für
ausländische Investoren davon abhängig gemacht haben, dass der
russische Staat die Mehrheit an Gazprom besitzt. In Berlin stieg der
Kurs der Gazprom-ADRs heute um fast drei Prozent auf 26,00 Euro.
Für Diskussionsstoff sorgte auch die Verurteilung von Ex-Yukos-
Vorstand Chodorkowski, die allerdings kaum jemanden überrascht haben
dürfte. Bei der Zerschlagung hatte sich der Staatskonzern Rosneft
über eine Finanzholding das Yukos-Herzstück Yuganskneftegas
gesichert. Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland von
heute soll Rosneft demnächst an die Börse gehen. Mit dem Börsengang
soll ein Teil der vom Staat aufgebrachten Kosten für den Kauf der
Gazprom-Anteile finanziert werden. Der Kurs der ADRs von Yukos stieg
heute in Berlin nach drei Preisfeststellungen um über vier Prozent
auf 1,70 Euro.
Etwas leichter notierten heute die Aktien von adidas-Salomon (WKN
500 340), die gegen Mittag weiterhin bei ihrem Tageshoch von 128,24
Euro verharrten. Im Handelsblatt waren die adidas-Anteilsscheine
heute Thema der Reihe Aktie unter der Lupe. Dort wurde die
Entwicklung der Papiere durchaus positiv gesehen. Wer mehr zum Thema
adidas, der Trennung von Salomon und die Marketingchancen bei der
Fussballweltmeisterschaft erfahren möchte, hat am 24. Mai beim 4.
Berliner Aktienforum die Gelegenheit bei adidas direkt nachzufragen.
Mehr zum Aktienforum unter www.berlinerboerse.de.
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Quelle: news aktuell