19.05.2005
ADIG: Konjunkturindikatoren bestimmen das Geschehen
Köln, den 19.05.2005 (Investmentfonds.de) - Unsicherheit und Vorsicht beherrschen
derzeit das Bild an den Finanzmärkten. Die guten Unternehmensergebnisse liefern
derzeit keine nachhaltig positiven Impulse. Investoren beschäftigen sich vielmehr
mit Konjunktur, Inflation, Zinsen und Öl. Nach der Evakuierung des Weißen Hauses
in der vergangenen Woche, scheint sogar die Terrorangst wieder als Risikofaktor ins
Bewusstein der Anleger zu gelangen. Zudem dürften in nächster Zeit die Aktivitäten
von Hedgefonds im Visier der Anleger stehen. Jüngste Performanceanalysen unterstellen
dieser Assetklasse nur mäßige Ergebnisse. Vor allem nach der misslungenen Spekulation
in General Motors, fürchten immer mehr Investoren den Zusammenbruch eines der großen
Hedgefonds. Da diese größtenteils auch fremdfinanziert sind, könnte damit die gesamte
Bankenbranche in Mitleidenschaft gezogen werden.
"Das Geschehen an den Aktienmärkten dürfte auch in dieser Woche von Vorsicht geprägt
sein", meint Frank Gänsch, Aktienfondsmanager bei der COMINVEST. "Die Gewinnberichte
verlieren gegenüber der Konjunkturindikatoren zunehmend an Bedeutung. Wir gehen
davon aus, dass die Konjunktur das Geschehen in den nächsten Wochen bestimmt. Aller-
dings ist dort noch keine Besserung in Sicht." Insofern sollte sich die Konsoli-
dierungsbewegung an den Aktienmärkten zunächst weiter fortsetzen. Aus der technisch
kurzfristig überverkauften Situation dürften sich zwar immer wieder positive Impulse
bemerkbar machen, dennoch halten die dominierenden Korrekturkräfte das Erholungspo-
tenzial zunächst noch in Grenzen.
In den USA berichten an diesem Dienstag Hewlett-Packard und Home Depot. HP sollte
ähnlich gut berichten können wie zuvor Dell und Cisco. Bei beiden Werten hat sich
die Dollarschwäche in Form höherer Exporte insbesondere nach Europa bemerkbar gemacht.
Im Laufe der verkürzten Handelswoche ist am Rentenmarkt mit wenig Bewegung zu rechnen.
In den USA stehen vor allem Inflationsdaten zur Veröffentlichung an, die aus unserer
Sicht nur wenig Überraschungspotenzial bieten. Als wichtigster Konjunktur-Indikator
wird am Donnerstag der Indikator der Philadelphia Fed veröffentlicht. Wir rechnen mit
einer zum Vormonat deutlich verschlechterten Zahl. Hauptursache dürfte, wie auch beim
Rückgang des Empire Manufacturing Index am Montag, die belastende Rohstoffpreisent-
wicklung der letzten Monate sein. Solange sich die Rohstoffpreise - wie in der Vor-
woche - rückläufig entwickeln, dürften die Marktteilnehmer des Rentenmarktes jedoch
über die schlechten Daten hinwegsehen und sie als temporär deuten.
In Euroland stehen mit den endgültigen Inflationsdaten für April und den französischen
Wachstumszahlen nur Daten mit wenig Marktbeeinflussungspotenzial an. Insgesamt ist
daher eine Seitwärtsentwicklung über 121 Punkten im Bund-Future wahrscheinlich.
Am Donnerstag berichten Air France-KLM und Vivendi-Universal. Mit Spannung wird die
Hauptversammlung der Deutschen Bank am Mittwoch erwartet. Gestern hatten die Quartals-
zahlen von Telefónica bereits für positive Stimmung an der Börse gesorgt.
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Quelle: Investmentfonds.de