09.05.2005
Investitionszurückhaltung der Wirtschaft führt zu rückläufigem Kreditneugeschäft der Banken
Frankfurt/Main (ots) - Das Kreditneugeschäft der deutschen Bankenist seit dem Jahr 2002 dauerhaft rückläufig. Zu diesem Ergebnis kommteine neue Studie der KfW Bankengruppe. In den vergangenen drei Jahrenist das Volumen neu vergebener Darlehen an gewerbliche Unternehmendurchschnittlich um rund 5 % geschrumpft(Vorjahresquartalsvergleich). Von diesem Rückgang betroffen sind alleSektoren der Kreditwirtschaft. Anlass für die aktuelle Untersuchung der KfW Bankengruppe warenAussagen von Banken in den vergangenen Monaten, dass eine von ihnendurchaus gewünschte Ausweitung des Kreditneugeschäfts wegen geringerNachfrage nicht möglich sei. Die KfW hat ein Modell erarbeitet, dasauf Basis der Bundesbank-Zahlen zu den Kreditbeständen deutscherBanken eine Schätzung der Neugeschäft-Entwicklung ermöglicht. DieKfW-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass insbesondere der Zusammenhangzwischen den geschätzten Kreditneuzusagen und der nominalenInvestitionstätigkeit sehr eng ist. Die Studie stützt im Ergebnis dieEinschätzung, dass nicht ein zu geringes Angebot an Krediten aktuellund maßgeblich zum Minus bei der Neuvergabe führt. Vielmehr haltensich die deutschen Unternehmen bei Investitionen zurück und benötigendeshalb vielfach keine Bankfinanzierung. Weitere zentrale Ergebnisse der aktuellen KfW-Studie sind: - Das Kreditneugeschäft hat sich in den vergangenen drei Jahren inallen Bankengruppen negativ entwickelt. Allerdings variiert dasAusmaß des Rückgangs: Die privaten Kreditbanken vergabendurchschnittlich 7,8 % weniger Kredite an die Wirtschaft als imVorjahresquartal, bei den Genossenschaftsbanken betrug der Rückgangdurchschnittlich 6,5 %, im Sparkassensektor durchschnittlich 1,8 %. - Die quantitative Bedeutung des Kreditneugeschäfts ist bei dendrei Bankengruppen in etwa gleich groß. Das geschätzte Volumen derNeuzusagen in Relation zu der jeweiligen Bilanzsumme lag bei allenSektoren zwischen zwölf und 14 % (Jahr 2004). - Die Anteile der drei Säulen der Kreditwirtschaft an derKreditneuvergabe sind seit Anfang der neunziger Jahre relativ stabilgeblieben. Der Sparkassensektor konnte seinen Anteil zwar etwasausbauen, dies aber hauptsächlich auf Grund der Kreditvergabe derLandesbanken. Die Sparkassen inklusive der Landesbanken erreichten imJahr 2004 einen Anteil von rd. 40 % des Kreditneugeschäfts (ohneLandesbanken: ca. 20 %), die Genossenschaftsbanken kommen auf etwa 15%, die privaten Kreditbanken auf ca. 36 % (Rest: sonstige Banken). Die KfW Bankengruppe erwartet für das Jahr 2005 eine leichteBelebung des Kreditneugeschäfts der Banken. Dies vor allem, da sichdie im vergangenen Jahr verzeichnete leichte Belebung bei denAusrüstungsinvestitionen in diesem Jahr fortsetzen dürfte. Auch dasniedrige Zinsniveau dürfte dazu beitragen, dass Unternehmen bisherunterlassene Investitionen nun nachholen. Für übertriebeneErwartungen besteht jedoch kein Anlass. Es ist vielmehr davonauszugehen, dass die negativen Zuwachsraten des Kreditneugeschäftssich im Jahresverlauf verringern werden. Erst zum Jahreswechseldürften die Neuzusagen wieder ein positives Wachstum verzeichnen. Die vollständige Studie zur Entwicklung des Kreditneugeschäfts istabrufbar unter www.kfw.de in der Rubrik Research.Originaltext: KfW
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Quelle: news aktuell