04.05.2005
W&W AM: Steigen die US-Leitzinsen zu langsam?
Köln, den 04.05.2005 (Investmentfonds.de) - Die W&W Asset Management GmbH (W&W AM)
geht davon aus, dass die amerikanische Notenbank (Fed) den Zielzinssatz noch im
Sommer dieses Jahres auf mindestens 3,25 Prozent erhöhen wird. Bislang hat sie im
gegenwärtigen Zinserhöhungszyklus die Leitzinsen vom historischen Rekordtief bei 1
Prozent auf 2,75 Prozent erhöht.
Gemessen an früheren Phasen eines überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums müsste
der US-Leitzins noch auf mindestens 4,5 Prozent steigen. Da heute im Unterschied zu
früheren Boomphasen aufgrund unterdurchschnittlicher Inflationsgefahren ein bewusstes
Abbremsen des Wirtschaftswachstums nicht notwendig sein dürfte, wäre es aus Sicht der
W&W AM ausreichend, ein neutrales Leitzinsniveau von etwa 4,25 Prozent zu erreichen.
Diese Position nimmt derzeit offenbar die amerikanische Notenbank ein. Somit steht
gegenwärtig weniger das zu erwartende oder das von der Fed angestrebte Zinsniveau im
Mittelpunkt des Interesses. Sondern die Frage, über welchen Zeitraum hinweg die ameri-
kanische Notenbank die Leitzinsen erhöhen wird – also das „timing“. Wie schon während
früherer Zins- und Konjunkturzyklen scheint auch dieses Mal die Gefahr recht groß zu
sein, dass die Fed zu lange an ihrer Strategie der moderaten Zinsschritte festhält.
Dadurch könnte sie die eintretende Verlangsamung des Wachstums unnötig verschärfen und
mögliche Krisen auf den Kapitalmärkten – oder dieses Mal vor allem am US-Immobilien-
markt – zumindest mit verursachen. Aus heutiger Sicht wäre es wünschenswert gewesen,
wenn die Fed angesichts des sehr soliden Wirtschaftswachstums in den letzten anderthalb
Jahren die Zeit genutzt hätte, mittels etwas größerer Zinsschritte das neutrale Zins-
niveau rascher zu erreichen.
Quelle: Investmentfonds.de