03.05.2005
DWS: Konsum mit angezogener Handbremse
Köln, den 03.05.2005 (Investmentfonds.de) - Abgesehen von kurzfristigen Rallyes
war der Automobilsektor in den vergangenen zwölf Monaten mit angezogener Handbremse
unterwegs, analysieren die Experten der DWS im aktuellen Marktbericht. Die Furcht
vor steigenden Zinsen auf dem größten Automarkt USA, allgemeine Überkapazitäten,
aggressives Verhalten asiatischer Anbieter und nicht zuletzt eine für europäische
und asiatische Hersteller nachteilige Währungsentwicklung drückten die Stimmung.
Zu den schwierigen Rahmenbedingungen gesellten sich zahlreiche unternehmensspe-
zifische Belastungen.
Allerdings zeigten sich große Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen: Einerseits
war man im Porsche auf Continental-Reifen, im Renault mit Michelin-Pneus und im
Honda auf Bridgestone fast permanent auf der Überholspur, so die Analysten weiter.
Auf der anderen Seite blieb man mit Fiat – trotz Ferraris Formel 1-Dominanz in der
vergangenenen Saison –,Toyota, DaimlerChrysler und Volkswagen in der Tempo 30-Zone
stecken. Besonders schlimm erwischte es die US-Riesen General Motors und Ford, die
beide ein Fall für den Abschleppdienst wurden.
Wohin geht die Fahrt? Der Kurs des US-Dollars wird weiterhin Einfluss insbesondere
auf die Aktien europäischer Autobauer und Zulieferer haben. Angesichts der gegen-
wärtigen Stärke des Greenback konnten sich die Papiere seit Jahresbeginn gut ent-
wickeln. Das Management von DWS Konsumwerte beschränkt sich aber weiterhin auf Unter-
nehmen mit einem erfolgreichen Geschäftsmodell und passt die Gewichtungen flexibel
den Marktbedingungen an. Zum Beispiel hat es die Porsche-Aktie weiter aufgestockt.
Continental-Aktien bleiben eine Kernposition, zumal die geringe Dollar-Sensitivität
und die Spitzentechnologie ESP für eine starke Marktposition im Zulieferbereich
gesorgt haben.
In den USA investiert das Fondsmanagement ausgesprochen selektiv und zurückhaltend.
Zwar haben die Aktien der beiden Detroiter Giganten General Motors und Ford enorm
an Wert verloren, so dass schon kleinere positive Nachrichten kurzfristig zu Kurs-
chancen führen könnten. Allerdings dürften die hohen Pensions- und Krankenversicherungs-
verpflichtungen eine schwere Hypothek bleiben. Hinzu kommen Befürchtungen weiterer
Ratingherabstufungen bei den entsprechenden Unternehmensanleihen. Kurz- und mittel-
fristig sind unserer Einschätzung nach kaum Verbesserungen in Sicht. Aufgestockt hat
das Fondsmanagement die Position in Harley-Davidson. Die Aktie des US-amerikanischen
Motorradherstellers erwachte in der Vergangenheit stets im Frühling zusammen mit den
Bikern aus dem Winterschlaf. Von den üblichen Problemen des Automobilsektors war die
Kultmarke in der Vergangenheit kaum betroffen; ähnlich Porsche ist sie fast schon
dem Luxusgütersegment zuzuordnen.
Das Management von DWS Konsumwerte bleibt im Automobilsektor mittelfristig gesehen vor-
sichtig und engagiert sich lediglich selektiv.
Quelle: Investmentfonds.de