26.04.2005
ADIG Marktausblick: Heiße Berichtsphase in Europa
Köln, den 26.04.2005 (Investmentfonds.de) - Die Aktienmärkte testeten in der letzten
Woche im Rahmen ihrer Korrekturbewegung erste technische Unterstützungen. Daher
stehen die Chancen auf eine weitere Stabilisierung insbesondere in Europa durchaus
günstig, wobei die Gewinnberichterstattung hilfreich sein sollte. "Europa weist
gegenüber den USA einen unter anderem auf Gewinnen basierenden bewertungstechnischen
Vorteil auf. Dies hat sich bereits seit Jahresbeginn eindrucksvoll in einem Prozess
relativer Kursstärke ausgedrückt", sagt COMINVEST-Fondsmanager Matthias Grimm. "Einen
ersten Vorgeschmack haben wir bereits in der letzten Woche von Technologiewerten wie
Ericsson, Nokia und SAP erhalten", so der Europa-Experte. Dennoch seien kurzfristige
Kursrückschläge beim DAX bis 4.100 bzw. EuroStoxx50 bis 2.900 denkbar. Diese Niveaus
sollten dann aber Ausgangspunkt einer ausgeprägteren Stabilisierungsbewegung sein.
Zuletzt ist der Risikofaktor Ölpreis ein wenig in den Hintergrund geraten. Nachdem
sich der letzte kräftige Preisrückgang nicht in Aktienkurssteigerungen ausgewirkt hat,
findet der jüngste Anstieg um fast 10% derzeit auch wenig Beachtung. Somit dürften
erst neue Höchstpreise über 56 US-Dollar beim Brent Blend (aktuell 52,5 USD) für
Verunsicherung sorgen.
An den Aktienmärkten stehen auch in dieser Woche die Unternehmensdaten im Vordergrund.
In den USA haben sich die Gewinnberichte nach einem schwachen Start deutlich verbessert.
Mit Unsicherheiten sind in dieser Woche die US-Gewinne bei den Technologiewerten Dell,
Microsoft und Cisco behaftet, während die hohen Erwartungen bei den Ölwerten ExxonMobil
und ChevronTexaco zum Wochenschluss wenig Überraschungspotenzial aufweisen dürften.
Besorgniserregender sind eher Aussagen von Unternehmen aus dem Industriegüterbereich,
die im letzten Quartal Preissteigerungen erfolgreich umsetzen konnten. Bislang wurden
Inflationsbefürchtungen nur makroökonomisch preisgegeben, nunmehr erhalten sie Unter-
stützung seitens der Unternehmen. Dies birgt die Gefahr, dass sich die Inflations- und
somit Zinssorgen in den Köpfen der Anleger festsetzen können und dies zumindest an den
US-Börsen zu weiterer Verunsicherung beiträgt.
In Europa geht die Berichtssaison ab dieser Woche in die heiße Phase. Bislang sehen wir
wenig Veranlassung, unser positives Gewinnbild für Europa zu revidieren. Insgesamt
profitiert Europa von weiteren Restrukturierungserfolgen und somit einem etwa einjährigen
Nachlauf gegenüber dem amerikanischen Gewinnzyklus. In dieser Woche werden u.a. folgende
Unternehmen berichten: Schering (Montag), Merck, BP, Saint Gobain (Dienstag), Siemens,
ABN Amro, (Mittwoch), Altana, BASF, DaimlerChrysler, Alcatel, GlaxoSmithkline, Royal
Dutch Shell (Donnerstag), Deutsche Bank (Freitag). Dabei dürften DaimlerChrysler und
Deutsche Bank im Mittelpunkt des Interesses stehen. Während Deutsche Bank vom guten
Geschäft im Investmentbanking profitieren sollte, dürften die Quartalszahlen von
DaimlerChrysler wenig Anlass zur Freude geben. Neben den Aufwendungen zur Beseitigung
der Qualitätsmängel bei Mercedes stehen die Restrukturierungsrückstellungen für den
Kleinwagen Smart im Fokus. Für mehr Unsicherheit hat die Aussage von ThyssenKrupp
gesorgt, die aufgrund der schwächeren Nachfrage die Rohstahlproduktion um 10% kürzen
wollen, um u.a. den Preis künstlich hochzuhalten.
Bleibt noch zu erwähnen, dass in dieser Woche über Deutsche Telekom, BASF, Bayer,
E.ON und Münchener Rück. etwa 6 Mrd. Euro Dividenden ausgezahlt werden. Ein Teil davon
könnte reinvestiert werden.
ADIG / COMINVEST Asset Management GmbH
Richard-Reitzner-Allee 2
D-85540 Haar bei München
Telefon: 0049 (0)89/ 462 68-0
Telefax: 0049 (0)89/ 462 68-300
E-Mail: info@adig.de
WWW: www.adig.de
Quelle: Investmentfonds.de