21.04.2005
ADIG: MARKTAUSBLICK KW16
Köln, den 21.04.2005 (Investmentfonds.de) -
Kurzfristige Belastungen an den Aktienmärkten;
Umschichtungen in den Rentenmarkt
Nachdem die Aktienmärkte in der letzten Woche - ausgehend von den USA - abrupt
ihre "Wohlfühlphase" beendet haben, muss auch für diese Woche zunächst mit weiteren
kurzfristigen Belastungen an den Aktienmärkten gerechnet werden. Dafür verantwortlich
zeigen sich neben durchwachsenen Gewinnberichten auch wieder aufflammende
Wachstumsdiskussionen. Das Sicherheitsbedürfnis der Anleger hat mit entsprechenden
Umschichtungen in den Rentenmarkt wieder zugenommen.
An den Aktienmärkten wurden in der letzten Woche insbesondere in den USA wichtige
technische Unterstützungslinien unterschritten. Der daraus resultierende Abwärtsdruck
dürfte sich auch in Europa zunächst noch verstärken. In Deutschland rücken beim DAX
mit 4100 und beim EuroStoxx50 mit 2900 Punkten mittelfristig wichtige Unterstützungs-
bereiche ins Visier, bei denen die derzeitige Konsolidierungsbewegung als weitgehend
beendet angesehen werden kann. Dies setzt jedoch voraus, dass sich insbesondere das
Gewinnbild nicht deutlich verschlechtert.
In Europa geht die Berichtssaison erst nächste Woche in die heiße Phase. "Bislang
sehen wir wenig Veranlassung, unser positives Gewinnbild für Europa zu revidieren",
sagt COMINVEST-Fondsmanager Matthias Grimm. "Insgesamt profitiert Europa von weiteren
Restrukturierungserfolgen und somit einem etwa einjährigen Nachlauf gegenüber dem
amerikanischen Gewinnzyklus."
In dieser Woche erhalten die Marktteilnehmer einen ersten Vorgeschmack von Philips
(Montag), SAP, Nokia, Novartis (Donnerstag) und Ericsson (Freitag). Abgerundet wird
dies durch Umsatzzahlen von Roche (Dienstag) und L'Oreal (Mittwoch). Während sich bei
den Technologiewerten die Erwartungshaltung nach der letzten Woche eher eingetrübt
hat, zeichnen sich für die defensiveren Pharmawerte positive Überraschungen ab. Dabei
haben sich zuletzt die Anleger in diesem defensiven Sektor bereits vorsichtig
positioniert. Auch in den USA werden in dieser Woche erste Gewinnberichte aus den
defensiven Sektoren erwartet: Eli Lilly (Montag), Coca-Cola, Johnson & Johnson, Pfizer
(Dienstag) und McDonalds (Donnerstag). Von IBM, Ford und General Motors sollten nach
den bereits erfolgten Gewinnwarnungen von den endgültigen Zahlen in dieser Woche keine
negativen Impulse ausgehen. Andererseits ist die Erwartungshaltung bei Bank of Amerika
(Montag) und J.P. Morgan Chase (Mittwoch) sehr hoch. Auch bei Intel (Dienstag) ist nach
Vorabberichten mit einer freundlichen Berichterstattung zu rechnen. Die Internetfirmen
Ebay, Yahoo und Amazon.com werden dagegen eher im unteren Bereich liegen. Andere
Technologiewerte wie Texas Instruments (Montag), Motorola (Mittwoch) und Xerox
(Donnerstag) sollten das bereits negative Sentiment nicht weiter eintrüben und somit
eher stabilisierende Marktreaktionen herbeiführen können.
Die Renditen am europäischen Rentenmarkt liegen wieder in der Nähe der historischen
Renditetiefs. Ursache waren die schwachen Daten aus den USA, die Befürchtungen im
Hinblick auf die allgemeine weltwirtschaftliche Entwicklung aufkommen ließen. Auch in
der kommenden Woche ist mit schwachen Daten zum zukünftigen konjunkturellen Ausblick
zu rechnen. So erwarten wir sowohl beim Philadelphia Fed Index (USA) als auch beim
ZEW-Indikatoren (D) und den Belgischen Zentralbank-Indikator rückläufige Werte.
Angesichts der wieder aufgeflammten Konjunkturbefürchtungen dürften die Inflationsängste
in den USA eher in den Hintergrund treten. Während die Konsumentenpreise am Mittwoch
weniger inflatorische Tendenzen aufweisen sollten, ist bei den Produzentenpreisen nicht
zuletzt wegen der gestiegenen Energie- sowie Rohstoffpreise eine Tendenz zu steigenden
Preisen zu erwarten. Dies kann zudem aus den letzten Gewinnberichten der Unternehmen
abgeleitet werden, die über einen zunehmenden Preisdruck auf der Inputseite klagen.
Insgesamt erwarten wir jedoch eine leicht freundliche Woche am Rentenmarkt.
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Quelle: Investmentfonds.de