18.04.2005
JPMorganFleming: Stimmungsrückgang bei Investoren
Köln, den 18.04.2005 (Investmentfonds.de) - Das Vertrauen der privaten Anleger
in eine positive Entwicklung des deutschen Aktienmarktes flaut weiter ab. Wie die
monatliche Investor Confidence-Studie von JPMorgan Fleming zeigt, setzt sich der
Trend vom Februar fort. Nachdem der Wert seit Jahresanfang bereits von 47 auf
46,4 Prozent gesunken war, gingen im März noch 43 Prozent der befragten Anleger
von einer positiven Entwicklung des Aktienmarktes aus.
Stimmungsumschwung drückt Index
Die anhaltende Stimmungskorrektur führte zu einem weiteren Rückgang des Gesamt-
index, dem Mittelwert aus allen Bewertungen. Nachdem dieser im Februar bereits von
3,4 auf 3,0 zurückging, sank er nun auf 2,4. Noch liegt der Gesamtindex über seinem
Tiefstwert der vergangenen zwölf Monate, doch die Stimmungsverbesserung, die seit
dem Sommer des vergangenen Jahres zu verzeichnen war, hat sich vorerst revidiert.
Der aktuelle Gesamtindex zeigt: Die Veränderung im März geht ausschließlich auf die
Einschätzungen der Männer zurück. Ihr Wert sank von 3,9 im Februar auf 3,0 im März.
Der Gesamtindex der Frauen blieb – mit 1,8 auf traditionell niedrigerem Niveau –
gegenüber dem Vormonat gleich.
Kauflust geht ebenfalls zurück
Analog zum Stimmungsdämpfer sank der Anteil der privaten Anleger, die in den kommenden
zwölf Monaten neue Investitionen vornehmen wollen, auf 40,5 Prozent (Februar: 43
Prozent). Die Bereitschaft, Fonds zu kaufen sank um 4 Prozent auf 23,5 Prozent. Im
Vormonat hatte sich die leichte Stimmungsverschlechterung zunächst noch nicht auf die
Kauflust ausgewirkt, der Anteil der Befragten, die in Fonds investieren wollen, war im
Februar sogar noch angestiegen.
Gegen weitere Investitionen entschieden sich rund 50 Prozent der befragten Investoren.
Im Vormonat waren dies 48,1 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen stieg leicht von
8,9 auf 9,5 Prozent.
Schweizer Investoren optimistisch jedoch konservativ im Anlageverhalten
Im vergangenen Monat führte JPMorgan Fleming erstmals eine Investor Confidence-
Befragung in der Schweiz durch. Schweizer Anleger schätzen die Marktentwicklung in
den kommenden sechs Monaten wesentlich positiver ein als ihre deutschen Nachbarn.
So glauben 56 Prozent der Befragten, dass sich die Lage an den Aktienmärkten im
nächsten halben Jahr verbessert (Deutschland: 43 Prozent). Auf der anderen Seite
gibt es in der Schweiz aber auch mehr Pessimisten: 22,9 Prozent der Anleger rechnen
mit einer negativen Entwicklung der Aktienmärkte (Deutschland: 19,3). Auffällig ist
auch, dass sich die Investoren trotz der positiveren Grundstimmung bei weiteren
Kapitalanlagen recht konservativ zeigen. Lediglich 29 Prozent planen in den kommenden
zwölf Monaten neue Investitionen, 65,9 Prozent erklärten, dass sie nicht neu
investieren wollen.
Boudewijn Hoogenraad, Leiter Marketing und PR für Deutschland, Österreich und die
Schweiz bei JPMorgan Fleming erklärt: „Die Deutschen und die Schweizer Anleger zeigen
ein unterschiedliches Investmentverhalten. Fast jeder Dritte der befragten Schweizer
besitzt bereits Wertpapiere, in Deutschland ist es lediglich jeder Fünfte. Wir konnten
beobachten, dass die Schweizer risikobereiter investieren: über 20 Prozent besitzen
Aktien und mehr als 14 Prozent halten Fonds im Portfolio. Die deutschen Anleger sind
bei den Aktien vorsichtiger, nur 8 Prozent wählten bisher diese Anlageform. Dafür sind
die Deutschen bei den Fondsinvestitionen mit 14,3 Prozent stärker engagiert.“ Zukünftig
werden die Schweizer Anleger vierteljährlich in die Investor Confidence-Studie ein-
bezogen.
Markteinschätzung im Ländervergleich
In Frankreich fiel der positive Trend nicht mehr so deutlich aus wie im Vormonat.
Nachdem im Februar immerhin noch 14,2 Prozent von einer sehr wahrscheinlichen Ver-
besserung an den Aktienmärkten ausgegangen waren, trafen im März nur noch 12,1
Prozent eine solche Entscheidung. Das sind aber immer noch deutlich mehr als in
Deutschland (4,5 Prozent). Auch in Schweden (12 Prozent), Großbritannien (8 Prozent)
und Belgien (6 Prozent) gibt es mehr überzeugte Optimisten. Im europäischen Vergleich
schätzen die Schweden die Märkte am positivsten ein (Differenz zwischen Optimisten
und Pessimisten: 44 Prozent), gefolgt von den Schweizern (33 Prozent), Belgiern
(30 Prozent) und Deutschen (24 Prozent). Am wenigsten optimistisch sind die Briten
(19 Prozent) und Franzosen (12,4 Prozent) in ihrer Einschätzung der Marktaussichten
für die nächsten Monate.
Zur JPMorgan Fleming Investor Confidence-Studie
Im Auftrag von JPMorgan Fleming Asset Management erstellt die GfK seit März 2002
monatlich ein Investmentbarometer. Die Umfrage erfolgt jeweils unter 2.000 Frauen und
Männern ab 14 Jahren, die repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland sind.
Je Befragung werden 550 Interviewer eingesetzt. Die Studie erfasst, unterteilt nach
Fondsanlegern und Gesamtbevölkerung, die Einstellungen zu den Entwicklungen der Aktien-
märkte und zum Investmentverhalten.
Die aktuelle Befragung für Februar 2005 fand vom 25. Februar bis 11. März statt. Parallel
zu den Deutschen werden monatlich auch Anleger in Großbritannien und Frankreich befragt.
Vierteljährlich erfolgen zudem Studien in Belgien und Schweden – und seit März 2005
erstmals auch in der Schweiz.
Quelle: Investmentfonds.de