18.04.2005
AMIS: Wochenbericht Internationale Märkte
Köln, den 18.04.2005 (Investmentfonds.de) -
USA
Der Wochenstart verlief infolge fehlender Impulse – keine wichtigen Konjunktur-
und Unternehmensnachrichten – und Zurückhaltung vor dem Beginn der Quartalsbe-
richtssaison bei dürftigen Umsätzen sehr ruhig. Die Erwartungshaltung bezüglich der
Gewinnentwicklung der Unternehmen ist jedoch aufgrund der hohen Rohstoffpreise
rückläufig und sorgt so für schlechte Stimmung. Diese Haltung wurde durch die
Veröffentlichung von Quartalszahlen einiger Unternehmen zum Teil bestätigt und
führten zu deutlichen Abschlägen an den US-Börsen. Da konnte auch der infolge von
Gerüchten über mögliche Förderquotenerhöhungen der OPEC sinkende Ölpreis das
Kaufinteresse nicht beflügeln. Mit der Veröffentlichung des Rekordhandelsbilanz-
defizits gab es weitere Kursabschläge, die nur kurzfristig vom für Aktien positiv
einzuschätzendem FED-Protokoll – nach Einschätzung der US-Notenbank ist die
Inflation in den USA eingedämmt und zügigere Zinsanhebungen sind zu diesem Zeit-
punkt nicht erforderlich – gemildert wurden. Es überwog jedoch die Sorge um die
zukünftigen Unternehmensgewinne und so mussten die US-Börsen deutliche Verluste
hinnehmen und schlossen auf neuen Jahrestiefstständen.
Europa
Infolge fehlender kursbewegender Konjunkturdaten zeigten sich die europäischen
Börsen in dieser Woche lust- und impulslos und bewegten sich in engen Bandbreiten
seitwärts. Negative US-Konjunkturdaten und Unternehmensberichte hatten hierzulande
nur zum Teil negativen Einfluss – wie z.B. die Senkung der Gewinnprognose von
Ford auf Autowerte -, die durch den weiter sinkenden Ölpreis und Eurokurs kompensiert
wurden. Auch in Europa richteten sich die Blicke der Investoren auf die Veröffent-
lichung des FED-Protokolls, laut dem momentan keine Notwendigkeit für schnellere
Zinsanhebungen besteht, wodurch vor allem zinsempfindliche Finanz- und Versorgertitel
profitierten. Die wichtigsten europäischen Indizes konnten im Gegensatz zu ihren US
-Pendants daher im Wochenvergleich zum Teil mit leichten Gewinnen schließen: DAX
+0.29%, CAC40 -0.32%, FTSE100 -0.63%.
Asien
Die Anleger hielten sich mit dem Aufbau neuer Positionen im Vorfeld der Bekanntgabe
wichtiger Unternehmensergebnisse in den USA zurück und so tendierten die asiatischen
Börsen bei vergleichsweise niedrigen Umsätzen zum Wochenstart schwächer. Die
politische Verstimmung zwischen Japan und China hat auch den Aktienmarkt in Tokio
verstimmt und zu deutlichen Kursverlusten geführt. Insbesondere der Aufruf zum Boykott
japanischer Produkte sorgte für negative Impulse. Zusätzlich belasteten ein Bilanz-
skandal eines Kosmetikherstellers und die negativen Vorgaben der US-Börsen das
Umfeld und sorgte so trotz sinkenden Ölpreises für Kursabschläge auf breiter Front.
Anleihen und Devisen
In Ermangelung neuer Konjunkturdaten legten die Anleihenmärkte einen ruhigen Auftakt
in die neue Börsenwoche hin. Besonderes Augenmerk galt der Veröffentlichung des FED-
Protokolls vom März und weniger dem US-Handelsbilanzdefizit. Die Marktteilnehmer
konzentrieren sich zurzeit mehr auf die Zinsseite, denn auf die Strukturprobleme der
USA. Die Fed sieht die Inflationsgefahren momentan las eingedämmt und es gebe damit
keinen Grund für eine aggressivere Zinspolitik der US -Notenbank. Die Anleihenmärkte
reagierten darauf mit einem deutlichen Kurssprung, der im weiteren Wochenverlauf trotz
schlechterer Konjunkturdaten gehalten werde konnte.
Im Vorfeld der Veröffentlichung der US -Handelsbilanzdaten sorgten Käufe von Markt-
teilnehmern für einen steigenden Euro. Trotz des Rekordhandelsbilanzdefizits konnte
der Euro nur kurzfristig ansteigen, bevor er wieder deutlich an Wert verlor. Diese
widersprüchliche Kursentwicklung lässt sich nur dadurch erklären, dass der Markt die
Strukturprobleme der USA (Doppeldefizit) momentan außer acht lässt und sich auf die
Zinsseite konzentriert. Deshalb lag die Aufmerksamkeit vermehrt auf der Veröffent-
lichung des FED-Protokolls, dem aufgrund der aktuellen Zinsdifferenz zwischen Europa
und den USA sehr hohe Marktrelevanz zugesagt wird. Da die FED jedoch momentan keine
Inflationsrisiken sichtet und daher keine schnelleren Zinserhöhungen für notwendig
erachtet sollte sich dies an und für sich USD-negativ auswirken. Dennoch konnte der
USD bis zum Wochenschluss nochmals zulegen, was Marktteilnehmer vor allem auf
technisch bedingte Bewegungen zurückführen.
Quelle: Investmentfonds.de