15.04.2005
Threadneedle Wochenanalyse der Märkte
Köln, den 15.04.2005 (Investmentfonds.de) -
Großbritannien
Die allgemeine Risikoscheu bleibt ein Kennzeichen des britischen Marktes. Wir
verfolgen deshalb eine defensivere Anlagestrategie, indem wir die Gewichtung in
Konsum- und Tabaktiteln erhöhen. Im letztgenannten Segment stellen wir stetiges
Wachstum fest, wie beispielsweise bei Imperial Tobacco. Darüber hinaus gab der
führende Supermarktriese Tesco Jahresgewinne bekannt, die die Zielvorgabe von 2
Mrd. GBP übertrafen. Außerdem halten die M&A-Aktivitäten an. So gab das fran-
zösische Unternehmen Pernod Ricard in der letzten Woche ein Übernahmeangebot für
die britische Getränkefirma Allied Domecq ab. Die Rohstoffpreise sind nach wie
vor hoch. Wir bleiben in den Branchen Öl und Bergbau übergewichtet, obwohl wir
allmählich beginnen, unsere Gewichtung im letztgenannten Segment zu reduzieren.
USA
In der letzten Woche ließen die Kursschwankungen, die den US-Markt zuletzt bestimmt
hatten, allmählich nach. Der Markt wartet auf den Bericht der US-Notenbank über die
Zinserhöhung vor zwei Wochen. Der Start der Berichtssaison hat begonnen, und wir
haben bereits die ersten Zahlen einiger Softwareunternehmen erhalten. Die Ergebnisse
fielen enttäuschend aus, da eine Vielzahl von Softwarefirmen unerwartet niedrige
Ergebnisse veröffentlichten. Auf Branchenebene entwickelten sich die Segmente
Energie, Versorger und Gesundheitswesen am besten. Wir haben begonnen, unsere Aus-
richtung auf das Gesundheitswesen zu erhöhen . Die Branchen Rohstoffe (und zwar
insbesondere Stahl) sowie zyklische Konsumtitel tendierten unterdurchschnittlich.
Die Nachfrage nach kleineren Unternehmen in den USA ist gering. Diese Aktien haben
sich in der letzten Woche erneut schwächer als marktbreite Titel entwickelt.
Europa
Unsere Erwartungen eines sich abschwächenden europäischen Wirtschaftsumfelds wurden
- durch die Veröffentlichung sinkender französischer Industrieproduktionszahlen für
den Februar in der letzten Woche - bestätigt. Auf Branchenebene gerieten zyklische
Titel - und zwar insbesondere die Stahlbranche - stark unter Druck. Wir sind im
Segment Stahl untergewichtet und ziehen uns aus zyklischen Titeln weiter zurück.
Positiv ist jedoch anzumerken, dass sich die M&A-Aktivitäten in Europa intensivieren.
So bevorzugen die Anleger Unternehmen, die die Gewinne eher in vernünftige Akquisi-
tionen investieren, anstatt Aktienrückkäufe zu tätigen oder Sonderdividenden auszu-
schütten. In diesem Zusammenhang kündigte Zodiac ein Übernahmeangebot für die C&D
Aerospace Group an.
Japan
Der Markt entwickelte sich in der letzten Woche relativ ruhig. Die Auftragseingänge
im Bereich Maschinenbau fielen zwar höher als erwartet aus, aber die Branche
reagierte darauf nicht mit steigenden Kursen. Der Immobilienmarkt entwickelten sich
schwach, obwohl die Leerstandsrate in Tokio sank und die offiziellen Preise für
Bauland höher als erwartet ausfielen. Trotz dieser kurzfristig enttäuschenden Er-
gebnisse haben wir an unseren Positionen festgehalten. Wir glauben, dass sich
Aktien, die von einem Anstieg der Immobilienpreise profitieren, langfristig besser
entwickeln werden. Was die weitere Nachrichtenlage betrifft, kündigte die
japanische Regierung ihr Vorhaben an, ihre restliche Beteiligung an Japan Railway
Central am Markt zu platzieren. Dies wird der größte Börsengang am japanischen
Markt seit 2001 sein.
Asien & Schwellenländer
Im letzten Monat fielen die Einzelhandelsumsätze in Asien gut aus. Die geplante
Eröffnung von Hong Kong Disneyland im September wird Tourismus und Einzelhandel
weiter beflügeln. Darüber hinaus liberalisiert China den Bereich Glücksspiele in
Macao. Die Region durchläuft eine dramatische Veränderung hin zu einer der weltweit
führenden Glückspiel- und Freizeitzentren.
Bei den Schwellenländermärkten hat sich Osteuropa in der letzten Woche gut entwickelt.
Mexiko wurde durch politische Turbulenzen im Zusammenhang mit der Amtsenthebung des
Bürgermeisters von Mexiko City belastet. Dieser ist darüber hinaus der Spitzenkandidat
für die landesweiten Wahlen im nächsten Jahr. In Russland, wo wir am stärksten über-
gewichtet positioniert sind, verzeichnete die Ölgesellschaft TNK-BP einen unerwartet
hohen Steuerbescheid.
Anleihen
Wir verzeichnen an den globalen Rentenmärkten derzeit niedrigere Wertschwankungen .
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe durchbrach die Marke von 4,40 Prozent
in der letzten Woche nicht. Im Bereich Unternehmensanleihen wurde am Freitag ange-
kündigt, dass Anleihen von Ford möglicherweise zurückgestuft werden. Anleihen von
Ericsson sind auf Investmentstatus angehoben worden. Die Zinsdifferenzen bei Hoch-
zinsanleihen verringerten sich in der letzten Woche um 60 Basispunkte, wir bleiben
hier jedoch vorsichtig. Wir gehen von einem Anstieg des Neuemissionsvolumens bei
Hochzinsanleihen aus, obwohl wir vermuten, dass viele dieser Titel nur eine niedrige
Qualität aufweisen werden.
Quelle: Investmentfonds.de